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Rehazentrum öffnet Pforten: Mehr Leben im Sartorius-Quartier in Göttingen

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Von: Thomas Kopietz

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Das Göttinger Rehazentrum Junge eröffnet neuen Standort – der Betrieb mit ambulanter Reha-Versorgung läuft im Januar 2023 im Neubau im Sartorius-Quartier (Ecke Daimlerstraße/Annastraße) an. Genutzt werden die beiden oberen Etagen. Darunter zieht Ottobock mit Werkstätten und Räumen zur Patientenversorgung ein.
Das Göttinger Rehazentrum Junge eröffnet neuen Standort – der Betrieb mit ambulanter Reha-Versorgung läuft im Januar 2023 im Neubau im Sartorius-Quartier (Ecke Daimlerstraße/Annastraße) an. Genutzt werden die beiden oberen Etagen. Darunter zieht Ottobock mit Werkstätten und Räumen zur Patientenversorgung ein. © Thomas Kopietz

Ein Rehazentrum bringt mehr Leben in das Göttinger Sartorius-Quartier. Dort ist auch Neurologische Rehabilitation möglich.

Göttingen – Ein Bauprojekt in Zeiten von Liefer- und Materialproblemen und hohen Preisen auf den Punkt fertigzustellen, das ist im Moment eine außergewöhnliche Leistung. Gelungen ist dies dem Rehazentrum Junge, das in Göttingen zum Jahresbeginn seinen dritten Standort bezogen hat – im Sartorius Quartier (Annastraße). Dort springt das Unternehmen auch in eine Nische: 30-Jahre nach Gründung durch Rainer Junge wird das Angebot um die spezielle Neurologische Rehabilitation samt Neurologie-Chefarzt Dr. Florian Klinker erweitert.

„Das ist ein neuer Bereich für uns, einer, der viel Potenzial bietet“, sagt Geschäftsführer André Weimer beim Rundgang durch die obere Etage des Komplexes, der sich direkt gegenüber der Life-Science-Factory und der Sheddach-Halle im 2,3 Hektar großen Sartorius-Quartier, also dem ehemaligen Stammsitz der Sartorius AG, befindet. Vermieter ist übrigens Quartier-Entwickler und Investor Hamburg Team.

Zwei Ebenen mit 940 Quadratmetern Fläche

Auf zwei Ebenen und 940 Quadratmetern finden die Patienten ab sofort alles vor, was nötig ist, um mehrere Stunden ihre ambulanten Reha-Programme absolvieren zu können: Umkleide- und Duschräume; ebenso Behandlungs-, Arzt- und Krankenschwester-Zimmer, Ruheraum sowie Zimmer für Neuropsychologische Beratung. Dazu im oberen Geschoss auf gut 80 Quadratmetern ein Geräte-Trainingszentrum und eine Dachterrasse. „Die werden wir bei gutem Wetter als Ruhe- und Therapiezone nutzen“, sagt Weimer. Angeboten wird auch eine Ernährungsberatung samt Lehrküche. Die wird, wie auch andere Angebote am Hauptsitz Sprangerweg, stattfinden.

Im Sartorius-Quartier wird ein Zentrum für Neurologische Rehabilitation eröffnet. Ottobock ist ebenfalls Mieter in dem Gebäude. Junge-Geschäftsführer Andrè Weimer zeigt das Gerätetraining.
Im Sartorius-Quartier wird ein Zentrum für Neurologische Rehabilitation eröffnet. Ottobock ist ebenfalls Mieter in dem Gebäude. Junge-Geschäftsführer Andrè Weimer zeigt das Gerätetraining. © Thomas Kopietz

Zehn Plätze für die neurologische Reha bietet Junge zunächst an, 30 könnten es nach Aussage von Weimer einmal werden. Versorgt werden dort Patienten – auch mit Ergotherapie und Logopädie – nach Schlaganfall, Gehirnblutung, nach Operationen am Gehirn oder Rückenmark sowie mit Multipler Sklerose (MS), Parkinson, fortschreitenden Muskelerkrankungen und chronischen Schmerzen. Die Therapien können über mehrere Wochen laufen. „Die Patienten werden hier täglich vier bis sechs Stunden sein“, sagt Weimer und fügt an: „Sie sollen sich hier wohlfühlen.“

Einzugsgebiet beträgt 35 Kilometer

„Natürlich muss sich unser Angebot erst herumsprechen“, weiß Weimer und setzt dabei auch auf den Bekanntsheitsgrad des Göttinger Rehazentrums über die Stadtgrenzen hinaus. Das Einzugsgebiet beträgt gut 35 Kilometer. Dafür sorgt auch ein Patienten-Fahrdienst.

Neben der neurologischen Reha sind auch per Rezept verordnete Anwendungen möglich, wie Weimer sagt.

Neues Zentrum von Ottobock mit Werkstatt

Während bei Junge im vierten Obergeschoss trotz Lieferengpässe und Corona-Pandemie alles auf den Punkt tip-topp fertig ist, herrscht darunter noch Baustellenbetrieb: Das neue Zentrum von Ottobock mit Werkstatt, Forschung/ Entwicklung, Ganglabor und Patientenversorgung entsteht nur wenige hundert Meter entfernt vom bisherigen Ottobock-Standort in Göttingen, an der Hermann-Rein-Straße – gegenüber dem Uni-Klinikum.

Im Sartorius-Quartier finden Rehazentrum Junge und Ottobock mit ihrem „Patient-Care-Zentrum“ wieder räumlich zueinander. Es ist ein Deja-Vu-Erlebnis, denn beide Unternehmen waren auch an der Hermann-Rein-Straße jahrelang in einem Haus untergebracht. Ganz dicht zusammen sitzt man nun im Obergeschoss, das sich beide Mieter teilen. Folglich wird sich im Göttinger Rehazentrum Junge auch in den neuen Räumen viel um die Versorgung orthopädischer Patienten mit Orthesen und Prothesen drehen.

Kooperation mit dem Göttinger Gesundheitscampus

Kooperieren wird Junge auch mit dem Göttinger Gesundheitscampus, der ebenfalls im Quartier beheimatet ist. „Wir denken an eine Zusammenarbeit in Lehre und auch bei Praktika“, sagt Andrè Weimer, der sich sicher ist, dass durch das neue Zentrum „noch mehr Leben ins Sartorius-Quartier einkehren wird“. Auch mit dem Hotel Freigeist gibt es Berührungspunkte: die gemeinsam genutzte Tiefgarage – auch für Patienten –, das Restaurant/Cafè und Appartment-Hotel.

Für den Innenausbau, der von Februar bis Dezember 2022 lief, hat das Rehazentrum etwa 2,5 Millionen Euro investiert. „Das ist mehr als ursprünglich kalkuliert“, sagt Weimer. Aber an den Preissteigerungen sei man – wie alle Bauherren – nicht vorbeigekommen. „Aber wir sind dennoch pünktlich fertig geworden.“ Und das ist, wie gesagt, in diesen Zeiten eine echte Leistung.

Infos: Tel. 0551/38 38 540. Weitere Informationen gibt es hier. (Thomas Kopietz)

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