Göttingen: Ärger mit der Erstattung

Kunden haben laut Verbraucherzentrale Göttingen Probleme mit Stornokosten

Kreuzfahrten: Nach Reiseabsagen gibt es laut Verbraucherzentrale immer wieder Probelem mit der Erstattung beziehungsweise den Stornokosten.
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Kreuzfahrten: Nach Reiseabsagen gibt es laut Verbraucherzentrale immer wieder Probelem mit der Erstattung beziehungsweise den Stornokosten.

Besteht eine Reisewarnung, so können Pauschalreisen kostenlos storniert werden. Obwohl die Rechtslage eindeutig ist, wird vielen Kunden ihr Geld nicht erstattet.

Göttingen – Das zeigt die Beratung bei der Verbraucherzentrale Göttingen. Oft stellen Anbieter Gutscheine aus, bieten Umbuchungen an oder verlangen unrechtmäßige Stornokosten. Besonders dreist ist ein Fall der Beratungsstelle Göttingen: Ein Kunde hatte eine Minikreuzfahrt aufgrund einer bestehenden Reisewarnung abgesagt. Der Anbieter verlangte dennoch 100 Prozent Stornokosten. Auch das Reisebüro war keine Hilfe. Es erklärte, dass es das Problem des Kunden sei, sein Recht notfalls gerichtlich durchzusetzen.

Ein anderer Fall: Ein Verbraucher hatte in einem Reisebüro in Salzgitter für August eine dreitägige Kreuzfahrt mit der Colorline gebucht. Im Juni sagte er die Reise ab, da eine Reisewarnung für den Reisezeitraum bestand. Die Reederei verlangte dennoch 100 Prozent Stornokosten. Das Reisebüro erklärte dem Kunden daraufhin: „Das Problem bei der Ausübung eines Rücktrittsrechtes ist immer, dass der, der sein Geld zurückhaben will, das notfalls gerichtlich einfordern muss.“

„Trotz eindeutiger Rechtslage werden viele Kunden von den Anbietern systematisch im Stich gelassen“, sagt Tiana Preuschoff, Rechtsexpertin der Verbraucherzentrale Niedersachsen. Entscheidend war: Als der Kunde die Reise storniert hat, galt für das Zielland eine Reisewarnung für den geplanten Reisezeitraum. Zudem rät das Auswärtige Amt dringend von Kreuzfahrten ab. „Damit liegen zweifellos außergewöhnliche, unvermeidbare Umstände vor und der Kunde hat unserer Meinung nach das Recht, kostenlos vom Vertrag zurückzutreten“, erklärt Preuschoff.

Kunden sollten sich bei der Rücktrittserklärung ausdrücklich auf die außergewöhnlichen Umstände berufen und alle Zahlungen zurückfordern. Die Verbraucherzentrale bietet unter zu.hna.de/muster820 einen kostenlosen Musterbrief an. Ärgerlich für Verbraucher: Zahlen die Anbieter nicht, müssen Kunden ihr Geld tatsächlich einklagen, so die Verbraucherschützer.

Weitere Informationen gibt es im Internet auf vzniedersachsen.de. (Bernd Schlegel)

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