Bilanz Göttinger Literaturherbst

Rekorde und ein französischer Literaturherbstwein

Auch das ist der Literaturherbst: Wissenschaftsreihe in der ausverkauften Paulinerkirche – Gespräch zwischen Theo Geisl (links) und Referent Douglas R. Hofstadter. Foto: Jan  Vetter/nh

Göttingen. Der Literaturherbst ist nach mehr als 70 Veranstaltungen in zehn Tagen am Sonntag zu Ende gegangen. Wir geben Antworten auf Fragen zum Festival.

?Welches waren die Festival-Höhepunkte?

!Zu den Festivalhöhepunkten zählten laut Orga-Team die Auftritte von Daniel Kehlmann vor 800 Gästen in der Lokhalle sowie die Veranstaltungen mit Gregor Gysi, Eva Mattes und Sven Regener.

?Gab es auch Premieren beim Literaturherbst?

!Ja, so gab Florian Illies Einblicke in sein unveröffentlichtes neues Buch Gerade war der Himmel blau. Und Preisträger Robert Menasse las zuerst in Göttingen nach der Preisverleihung auf der Frankfurter Buchmesse.

?Wie lief die Wissenschaftsreihe in Kooperation mit den fünf Göttinger Max-Planck-Instituten?

!Erneut hervorragend. Die Reihe war mit Wissenschaftsstars wie Douglas R. Hofstadter besetzt, aber auch mit Yvonne Hofstetter, die Unternehmerin und Autorin provozierte in ihrem Referat „Das Ende der Demokratie“ zur künstlichen Intelligenz. Die Reihe lockte 1500 Besucher zu acht Veranstaltungen. Mehr Zuhörer besuchten auch die Reihe Science & Arts. Insgesamt kamen 4812 Gäste zu Sachbuchlesungen, 30,9 Prozent der Gesamtbesucher.

?Wie viele Besucher kamen insgesamt?

!Die Besucherbestmarke steht nun bei 15.500. Der Rekord aus dem 25. Jubiläumsjahr wurde noch einmal um 13 Prozent überboten.

?Gibt es weitere Rekorde zu verzeichnen?

!Ja. Für Einzelveranstaltungen legte Marc-Uwe Kling die Messlatte nun auf 1200 Zuschauer, die schon am Abend vor der offiziellen Eröffnung in die Stadthalle zum Pre-Opening kamen.

?Was war neu beim Göttinger Literaturherbst?

!Erstmalig bot das Festival unter dem Motto „No Limits!“ Lesungen an, die Geflüchtete zur Teilhabe am Festival einluden. Die Kooperation mit dem Migrationszentrum für Stadt und Landkreis Göttingen des Diakonieverbandes Göttingen übertraf die Erwartungen und zählt zu den größten Erfolgten des Festivals, weil etwa 300 Geflüchtete zu den Lesungen kamen. Neu war auch die Reihe mit starken jungen Autoren wie Julia Wolf. Toll auch die Musikveranstaltungen mit Sophia Kennedy und der Weltklasse-Geigerin Tabea Zimmermann.

?Gab es auch neue Veranstaltungsorte?

!Ja, in Bremers Weinkellerei gab es den Balsac-Abend mit Kulturkritiker Harald Eggebrecht (Süddeutsche Zeitung) und Übersetzer Rudolf von Bitter, die sich im Ping-Pong-Modus die verbalen Bälle über Balsac und dessen Typologie der Journalisten humorvoll zuspielten. Dazu gereicht wurde der von Bremer aufgelegte Literaturherbst-Wein, ein französischer Landwein. Im Kloster Bursfelde zofften sich Theologe Thomas Kaufmann und F.C. Delius über Kaufmanns Thema: „Warum Luther die Reformation versemmelt hat“.

?Der Literaturherbst geht mehr in die Region, zahlt sich das auch aus?

!Eindeutig. Es gab ein Besucherplus von 27 Prozent im Vergleich zum Vorjahr bei den Lesungen im Umland. Dafür sorgten Stars wie Harald Martenstein, Rolando Villazón, Hannelore Hoger, Arne Dahl oder Jan Weiler.

?Kann man den Literaturherbst nachlesen, -hören?

!NDR Kultur hat die Lesungen mit Sven Regener und das Konzert mit Woods of Birnam mitgeschnitten. Gesendet wird am 27. Oktober um 22.35 Uhr in NDR Kultur Neo (Woods of Birnam) und am 19. November ab 20 Uhr im Sonntagsstudio (Sven Regener). Nachzulesen sind zahlreiche Berichte auf www.hna.de/goettingen.

?Wann ist der 27. Literaturherbst?

!Vom 12. bis 21. Oktober 2018.

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