Renommierter Balzan-Preis für Göttinger Neurobiologen Reinhard Jahn

Feierlicher Moment: Der italienische Staatspräsident Sergio Mattarella (2.v.l.) mit dem Göttinger Forscher Prof. Dr. Reinhard Jahn (rechts) bei der Preisverleihung in der Hauptstadt Rom. Foto: Carletti/Internationale Stiftung Balzan Preis/nh

Göttingen/Rom. Der Göttinger Forscher Reinhard Jahn hat den renommierten Balzan-Preis erhalten. Der 65-jährige Neurobiologe wird damit für seine bahnbrechenden Arbeiten zur Übertragung von Signalen zwischen Nervenzellen geehrt.

Der italienische Staatspräsident Sergio Mattarella überreichte den mit 750 000 Schweizer Franken (knapp 700 000 Euro) Preis während einer Festveranstaltung im Palazzo del Quirinale in Rom.

Reinhard Jahn untersucht mit seinen Mitarbeitern, wie Nervenzellen miteinander kommunizieren. Dazu tauschen sie mit anderen Nerven- oder Muskelzellen über spezielle Botenstoffe Signale aus. Portionsweise verpackt liegen diese Botenstoffe in kleinen Membranbläschen im Inneren der Nervenzelle bereit. Wenn elektrische Signale anzeigen, dass eine Botschaft übermittelt werden soll, verschmelzen einige Bläschen der sendenden Zelle mit der Zellmembran und entleeren ihren Inhalt, die Botenstoffe, nach außen. Die empfangende Zelle nimmt das Signal auf und reagiert nach „Anweisung“.

Der Preisträger Reinhard Jahn habe mit seinem Team entscheidende Beiträge zum Verständnis der molekularen Details dieses Prozesses geliefert, begründete die „Internationale Stiftung Balzan Preis“ ihre Entscheidung für die Auszeichnung. Neben seiner wissenschaftlichen Arbeit setzt sich Jahn mit großem Engagement und ebensolchem Erfolg für den wissenschaftlichen Nachwuchs ein.

Promotion in Göttingen

Reinhard Jahn studierte Biologie und Chemie und wurde 1981 an der Universität Göttingen promoviert. Von 1983 bis 1986 forschte er an der Rockefeller University in New York und wurde von dort als Nachwuchsgruppenleiter an das Max-Planck-Institut (MPI) für Psychiatrie berufen. 1991 ernannte ihn die Yale University zum Professor. Von dort wechselte er 1997 als Direktor an das MPI für biophysikalische Chemie in Göttingen, wo er seitdem die Abteilung Neurobiologie leitet.

Die „Internationale Stiftung Balzan Preis“ fördert die Kultur und Wissenschaften sowie verdienstvolle Initiativen für Frieden und Brüderlichkeit weltweit. Sie vergibt dazu alljährlich vier Preise, zwei auf dem Gebiet der Geistes-, Sozialwissenschaften und der Kunst sowie zwei auf dem Gebiet der Physik, Mathematik, Naturwissenschaften und Medizin. Seit 2001 geben die Statuten der Stiftung den Preisträgern vor, die Hälfte der Preissumme für Forschungsprojekte zu verwenden, an denen junge Wissenschaftler beteiligt sind.

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