Tour d’Energie: Rudolf Wehn ist mit seinen 72 Jahren ein Sport-Allrounder

Tour d’Energie: Rüstiger Rentner Rudi radelt mit

+
Rudolf Wehn fährt das zweite Mal die Tour d’Energie.

Göttingen. Die jüngsten Starter bei der 12. Tour d’Energie sind in diesem Jahr Leonard Thomas und Julius Stieg. Die Minis sind erst elf Jahre alt, radeln über die 45 km-Strecke mit. Zu den Oldies beim sonntäglichen Jedermann-Rennen über die Langdistanz von 100 Kilometern zählt neben Ingrid Pfitzner (mit 66 älteste Frau) und Klaus König (mit 77 ältester Mann) auch Rudolf Wehn aus Berlin.

Für den 72-jährigen pensionierten Architekt ist es die zweite Tour d’Energie. Die Liebe zum Fahrrad entdeckte Wehn allerdings erst mit 55 Jahren. „Vorher bin ich zum Beispiel den Rennsteiglauf über 76 Kilometer seit meinem 48. Lebensjahr gelaufen“, erzählt der rüstige Pensionär, dem man sein Alter nicht ansieht.

Wehn gibt sich indes nicht mit kurzen Radrennen zufrieden. Es muss dann auch schon mal das norwegische Radrennen Trondheim/Oslo sein über 540 Kilometer im Jahre 1997. „Da hatte ich mich angemeldet, hatte aber noch gar kein Fahrrad“, lächelt er. Er kaufte sich eines und benötigte für diese 540 km „bei Regen von Anfang bis Ende“, so Wehn, 28 Stunden. Jedes Jahr fährt er mit seinem Rennrad die 300 km lange „Vätternrundan“ in Schweden, wobei auch noch etwa 1500 Höhenmeter zu überwinden sind.

Lieber auf zwei Rädern

Was aber fasziniert einen bald 73-jährigen dreifachen Vater am Extrem-Radfahren? „Dass ich auf zwei und nicht auf vier Rädern fahre. Fahren auf zwei Rädern strahlt eine enorme Eleganz aus. Man bewegt sich, ist an der frischen Luft“, begründet Wehn sein Hobby.

Seine längste Tour startete er im vergangenen Jahr von Berlin ins französische Arcachon an der Atlantikküste. 19 Tage benötigte er für die 2300 km. Seit 2009 läuft er den Medoc-Marathon. „Nächstes Jahr wird das letzte Mal sein, dass ich diesen Marathon laufe“, erzählt er. Und das hat einen einleuchtenden Grund. Alle 3,5 km gibt es eine Pause bei einem Schloss, und dort „erfrischen“ sich die Läufer nicht mit Elektrolytgetränken sondern mit Wein aus der jeweiligen Gegend. „Da kommt man mit guter Promillezahl ins Ziel“, lacht Wehn. Und im März nächsten Jahres geht’s erneut zum 90 km langen Ski-Wasalauf im klassischen Stil. (gsd)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.