Keine Bomben, aber Munition gefunden

Reste von Kampfmitteln im Boden: Sperrung von Parkplätzen und Wegen

Aus der Luft: Sportanlage Maschpark (links) und die Leineaue in der Weststadt von Göttingen. Zu sehen ist auch die Kleingartenanlage. In der Mitte der Schützenplatz mit S-Arena. In dem Gebiet wird nach möglichen Weltkriegsbomben und Munitionsresten im Boden sondiert.
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Luftbild: Sportanlage Maschpark (links) und die Leineaue in der Weststadt von Göttingen. Zu sehen ist auch die Kleingartenanlage. In der Mitte der Schützenplatz mit S-Arena. In dem Gebiet wird nach möglichen Weltkriegsbomben und Munitionsresten im Boden sondiert.

Die Kampfmittelsondierungen in der Göttinger Weststadt östlich der Leine erfordern an vier Verdachtspunkten intensivere Untersuchungen - in dieser Woche.

Göttingen - Laut Stadtverwaltung besteht der Verdacht, dass an diesen Stellen „Munitionsreste und kleinere Kampfmittel“ im Erdboden liegen. An zwei weiteren Punkten konnte in der Sondierungsbilanz der vergangenen Woche jedoch Entwarnung gegeben werden, hier hat sich der Verdacht nicht bestätigt.

Eine intensive Suche wird in der kommenden Woche von Montag, 29. November, bis Mittwoch, 1. Dezember, laufen.

Der Kampfmittelbeseitigungsdienst Niedersachsen (KBD) und die Spezialfirma Schollenberger haben bei den Sondierungsarbeiten an vier Punkten „Anomalien“ entdeckt. Es sind also Materialien im Erdboden, die dort im Normalfall nicht hingehören, wie Munitionsreste oder Reste anderer Kampfmittel.

Der aktuelle Stand der Ermittlungen weist nicht darauf hin, dass an den Stellen Bombenblindgänger liegen. Nach Angaben des KBD fehlt dafür bei den Anomalien nach den bisherigen Erkenntnissen die typische Masse für Bomben, die über Göttingen abgeworfen wurden. Was genau im Boden liegt, soll nun mithilfe von Grabungen an den Verdachtspunkten erkundet werden.

Dafür wird aus Sicherheitsgründen der Parkplatz am Schützenanger von Montag, 6 Uhr, bis Mittwoch, 20 Uhr, gesperrt (wir berichteten). Betroffen davon sind auch Wege in dem genannten Bereich und ein Teil der benachbarten Kleingartenanlage. Deren Nutzer hat die Stadt bereits über informiert. Das betreffende Gebiet ist abgesperrt und ausgeschildert, es wird rund um die Uhr überwacht, so die Stadtverwaltung.

Sollten bei der Suche Kampfmittel gefunden werden, dann werden sie laut Stadt entweder abtransportiert oder unschädlich gemacht.“ Es kann vorkommen, dass beispielsweise Munitionsreste gesprengt werden müssen.“

Dann ginge es auch nicht ohne Evakuierungen. „Einige Anwohner der Umgebung müssten für gegebenenfalls zwei bis drei Stunden ihre Wohnungen verlassen“, heißt es.

Was erforderlich sein wird, entscheidet sich danach, was im Boden liegt. Davon hängt auch ab, wie viele Personen gegebenenfalls evakuiert werden müssten. Es können zwischen weniger als zehn und knapp 400 Personen sein. Die Stadt bereite dafür alles Notwendige vor und informiere alle vorab. Zum Teil geschehe das über Hauswurfsendungen. Den Anweisungen der Einsatzkräfte sei unbedingt Folge zu leisten.

Falls eine größere Menge zu sprengen sein sollte, könnte es sein, dass auch Anwohner am östlichen Rand des Blümchenviertels westlich der Leine evakuiert werden müssten. Östlich der Leine wären nur wenige Haushalte betroffen. Die Anwohner würden dann sofort vor Ort darüber informiert, verspricht die Stadt. Sie müssten dann umgehend kurze Zeit ihre Wohnungen verlassen. Eine Sprengung der kleineren Kampfmittel muss aus Sicherheitsgründen möglichst schnell erfolgen.

Beendet sind derweil die Vorbereitungsarbeiten für Sondierungen an der Bezirkssportanlage Maschpark (wir berichteten). Dort werden voraussichtlich von Anfang Dezember bis kurz vor Weihnachten sieben Verdachtspunkte untersucht. Vier dieser Punkte liegen unter dem künstlich aufgeschütteten Wall, der „Tribüne“. Dort wurde für die Sondierung der Wall jeweils im Radius von neun Metern abgetragen und auf das Niveau von 1945 gebracht. (Thomas Kopietz)

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