Bei Unfällen zählt jede Sekunde

Rettungsgasse: Banner fordern an A7 und A38 zu besserem Verhalten im Stau

Erstes Rettungsgassen-Banner an der Autobahn 7 im Bereich der Ausfahrt Göttingen-Nord: Es soll die Verkehrsteilnehmer auf das richtige Verhalten im Stau aufmerksam machen. Fotos: Schröter

Göttingen. Mit einer neuen Banner-Kampagne appelliert das niedersächsische Innenministerium an Autofahrer, bei Staus stets eine Rettungsgasse für Einsatzfahrzeuge zu bilden.

Jetzt hängt das erste Banner an einer Brücke an der Ausfahrt Göttingen-Nord der Autobahn 7. „Wenn es darum geht, Leben zu retten, zählt bei einem Unfall für Rettungskräfte jede Sekunde“, sagt Matthias Rink, Leiter der Göttinger Autobahnpolizei. Darum sei es enorm wichtig, dass die Retter freie Fahrt haben, um schnell zum Unfallort zu kommen. „Viel zu oft verhalten sich Verkehrsteilnehmer jedoch chaotisch und unsicher, wenn sie eine Rettungsgasse bilden sollen“, so Rink weiter. Weil sich kaum jemand in Ruhe damit auseinandersetze, was zu tun sei, wenn in einem Stau ein Rettungsfahrzeug nahe, seien viele dann im Ernstfall überfordert. „Und dabei ist es ja gar nicht kompliziert, sich richtig zu verhalten“, meint Rink.

Neue Kampagne

Matthias Rink

Deshalb soll die neue Verkehrssicherheitskampagne „Rettungsgasse“ nun die Aufmerksamkeit auf das wichtige Thema lenken. Gleichzeitig sollen Verkehrsteilnehmer sensibilisiert werden, schon bei einer Staubildungfrühzeitig eine Rettungsgasse zu bilden - auch ohne Unfall vor Augen oder Rettungswagen im Rückspiegel. „Das klappt nicht so, wie es sollte“, sagt Matthias Rink. Gerade kürzlich hätten Kollegen von der Autobahnpolizei und der Feuerwehr südlich von Göttingen in einem drei Kilometer langen Stau eine halbe Stunde gebraucht, um zum Unfallort zu gelangen. „Und das ist definitiv viel zu lange“, sagt er.

Vor diesem Hintergrund fordert Boris Pistorius, niedersächsischer Minister für Inneres und Sport, wie für Geschwindigkeits- und Abstandsverstöße deutlich höhere Bußgelder „In Österreich sind zum Beispiel mehr als 2.000 Euro fällig, wenn die Rettungsdienste blockiert werden“, sagt Pistorius. In Deutschland liegt die Strafe hingegen nur bei 20 Euro.

Wie eine Rettungsgasse gebildet wird, zeigen die eigens für die Kampagne angeschafften Banner, die in Niedersachsen ab sofort an Autobahnbrücken vor stauträchtigen Abschnitten hängen. „In unserem Zuständigkeitsbereich, der sich auf der A7 von Seesen bis Lutterberg und auf der A 38 vom Dreieck Drammetal bis Arenshausen erstreckt, werden sechs dieser Banner aufgehängt“, sagt Autobahnpolizeichef Rink. Das erste wurde am Mittwoch an der Autobahnbrücke an der Anschlussstelle Göttingen Nord montiert.

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