Verordnung gilt ab Ende Oktober

EU-Bürokratie: Rettungshubschrauber dürfen nicht mehr alle Kliniken anfliegen

Kassel/Göttingen. Rettungshubschrauber dürfen ab Ende Oktober nicht mehr an allen Krankenhäusern landen. Hintergrund ist eine EU-Verordnung, in der Sicherheitsvorschriften für Landeplätze verschärft werden.

Danach dürfen ältere Landeplätze auf Klinikdächern nicht mehr angeflogen werden, sagte Stefan Steinmetz, Dezernatsleiter im Regierungspräsidium Kassel.

Mehr zu den Rettungshubschraubern finden Sie auch im Regiowiki:

- Infos zu Christoph 7

- Infos zu Christoph 44

In der Region sind nach Recherchen unserer Zeitung das Elisabeth-Krankenhaus in Kassel, das Herz-Kreislauf-Zentrum (HKZ) in Rotenburg sowie die Werner-Wicker-Klinik in Bad Wildungen betroffen. Damit diese weiter genutzt werden dürfen, müssten die Kliniken teils erheblich investieren. Für entsprechende Genehmigungen rechnen Experten mit Kosten von mehreren Hunderttausend Euro. Neuere Dachlandeplätze wie auf dem Rot-Kreuz-Krankenhaus in Kassel sind nicht betroffen, weil sie die EU-Anforderungen erfüllen, so Steinmetz.

Engpässe könnte es ab Ende Okotber auch bei Boden-Landeplätzen geben, für die ebenso schärfere Sicherheitsvorschriften gelten. Allerdings will das Bundesverkehrsministerium die EU-Verordnung in diesem Punkt mit einem juristischen Kniff aushebeln. Dazu müssen knapp 1600 der bundesweit etwa 2100 Krankenhaus-Landeplätze mit jeweils speziellen An- und Abflugrouten erfasst werden.

Derzeit stellen die Träger der Rettungshubschrauber in der Region, Christoph 7 in Kassel und Christoph 44 in Göttingen, Daten aller Boden-Landeplätze für das Luftfahrtbundesamt zusammen. Diese offiziell nicht genehmigten Plätze sollen in „Landestellen von öffentlichem Interesse für die Notfallversorgung“ umgewandelt werden.

„Das Luftrettungssystem ist nicht gefährdet“, sagte Thomas Nagler, Leiter der Bundespolizei-Fliegerstaffel Fuldatal, die den Rettungshubschrauber Christoph 7 betreibt. Jedoch bedeute das Zusammentragen aller Daten riesigen Aufwand.

Von Claas Michaelis

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