„Fast wäre es ein perfekter Mord geworden“

Revision abgelehnt: Elfeinhalb Jahre Haft für heimtückischen Giftmordversuch

Göttingen. Es bleibt dabei: Weil er versucht hat, seine damalige Ehefrau mit Quecksilber und Blei umzubringen, muss ein Immobilienkaufmann aus dem Landkreis Göttingen für elfeinhalb Jahre ins Gefängnis.

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat die Revision des Angeklagten gegen ein Urteil des Landgerichts Göttingen abgewiesen. Damit sei das Urteil rechtskräftig, teilte ein Justizsprecher am Mittwoch mit.

Die Schwurgerichtskammer hatte im Juli 2015 den 44-Jährigen wegen versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung zu elfeinhalb Jahren Haft verurteilt. Der Angeklagte habe heimtückisch und aus niederen Beweggründen auf perfide Weise versucht, seine Ehefrau mit Bleiacetat und Quecksilber zu töten. Es sei Zufall und reines Glück gewesen, dass die 39-Jährige die monatelangen Vergiftungsversuche überlebt habe.

Das Gericht war mit seinem Urteil weitgehend dem Antrag der Staatsanwaltschaft gefolgt. Diese hatte eine Haftstrafe von 13 Jahren gefordert. Die Verteidigung hatte auf eine deutlich niedrigere Strafe von sechs Jahren plädiert.

Der 44-Jährige hatte Weinflaschen und Lebensmittel seiner Ehefrau mit Bleiacetat versetzt, nachdem diese ihm verkündet hatte, dass sie sich von ihm trennen wollte. Außerdem streute er Quecksilberkügelchen in ihrem Wohnhaus und in ihrem Auto aus. Durch die schleichende Schwermetallvergiftung stellten sich bei der Ehefrau massive gesundheitliche Probleme ein. Die Ärzte konnten sich lange keinen Reim auf ihre Krankheitssymptome machen. Erst nachdem die Frau zufällig in ihrem Backofen einige Metallkügelchen entdeckt hatte, kamen die Mediziner der Ursache ihrer schweren Erkrankung auf die Spur. „Fast wäre es ein perfekter Mord geworden“, sagte der Vorsitzende Richter damals.

Für die Ehefrau hatten die Giftanschläge neben den weiteren noch gar nicht absehbaren Spätfolgen eine besonders dramatische Auswirkung: Weil sich die hohe Bleikonzentration im Blut auf einen Fötus auswirken würde, raten ihr Mediziner dringend davon ab, schwanger zu werden. Der unerfüllte Kinderwunsch war ein Grund für die Trennung gewesen.

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Rubriklistenbild: © Symbolbild: bsc

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