Revision wurde verworfen

Bundesgerichtshof bestätigt Urteil im Doppelmordfall Göttingen-Grone

Kleine Blumen und Teelichter stehen auf einer Rasenfläche neben einer Straße bei einem Pfosten.
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Bluttat in Grone 2019: Blumen und Kerzen wurden an der Ecke Zollstock/Krugstraße zum Gedenken an die getöteten Frau niedergelegt.

Der Bundesgerichtshof hat das Urteil des Landgerichts Göttingen im Doppelmordfall Göttingen-Grone bestätigt: Der Täter bleibt in lebenslanger Haft.

Göttingen – Mit Beschluss vom 23. Februar hat der Bundesgerichtshof in Karlsruhe das Urteil des Landgerichts Göttingen im Doppelmordfall Göttingen-Grone vom 14. August 2020 bestätigt und die Revision verworfen.

Die Überprüfung des Urteils habe keinen Rechtsfehler zum Nachteil des Verurteilten ergeben. Frank N. bleibt somit in lebenslanger Haft. Sie kann nicht bereits nach 15 Jahren zur Bewährung ausgesetzt werden.

Besondere Schwere der Schuld wegen Maß an Brutalität

Stattdessen wird nach Ablauf der 15 Jahre entschieden, wie lange der heute 54-Jährige noch in Haft bleiben muss. Sicherungsverwahrung verhängte die Kammer nicht, weil bei dem Angeklagten „kein Hang“ zu Rechtsbrüchen festzustellen sei, hieß es.

Das Landgericht Göttingen hat den Angeklagten wegen Mordes in zwei Fällen sowie gefährlicher Körperverletzung in zwei Fällen zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt und die besondere Schwere der Schuld festgestellt.

Diese sei gegeben, weil Frank N. am 26. September 2019 mit einer „unglaublichen Brutalität“ vorgegangen sei. So habe der Rechtsmediziner in seinem Gutachten von einem Maß der Gewalt gesprochen, die er in seinem Berufsleben noch nicht erlebt habe.

Mord an Lebensgefährtin aus niedrigen Beweggründen

Laut Landgericht tötete der Angeklagte am 26. September 2019 seine frühere Lebensgefährtin, indem er sie mit Benzin bespritzt, dieses anzündete, die fliehende Frau verfolgte und niederstach. Dann übergoss er die bewusstlose Frau ein zweites Mal und zündete sie erneut an.

Eine Kollegin der Frau, die ihn an der Verfolgung hindern wollte, erstach er ebenfalls. Darüber hinaus verletzte er zwei zu Hilfe eilende Passanten mit dem Messer.

Der Angeklagte tötete seine frühere Lebensgefährtin aus niedrigen Beweggründen, weil er seinen unangemessenen Besitzanspruch ihr gegenüber nicht mehr verwirklichen konnte. Um ihre Tötung zu ermöglichen, beging er die Tat zum Nachteil ihrer Arbeitskollegin.

Landgericht Göttingen, Urteil vom 14. August 2020, 6 Ks 1/20 – 304 Js 33735/19 (Thomas Kopietz)

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