Sartorius-Quartier

Richtfest auf altem Sartoriusgelände: 200 Millionen Euro für ein Quartier

von links Thomas Münter, Sebastian Franzius, Georg Rosentreter, Joachim Kreuzburg, Philipp Schulte-Noelle, Christoph Kleiner und Rolf Jarasch.
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Empfingen 400 Gäste zwischen Baugerüsten: von links Thomas Münter (Sartorius-Bauleiter), Sebastian Franzius (Hamburg Team), Georg Rosentreter (Freigeist), Joachim Kreuzburg (Sartorius-Vorstandschef), Philipp Schulte-Noelle (Ottobock-CEO), Christoph Kleiner (Hamburg Team) und Rolf Jarasch (Ottobock).

Richtfest im Göttinger Sartorius Quartier: Auf dem einstigen Werksgelände der Sartorius AG entsteht für rund 200 Millionen Euro ein neues Stadtviertel

Göttingen – . Einen Eindruck von den Bauten zwischen Weender Landstraße und Annastraße verschafften sich mehr als 400 Gäste.

„Bilden, gründen, wohnen“ – Das ist die Vision von Sartorius-Vorstandschef Joachim Kreuzburg für das 2,3 Hektar große Areal an der Hannoverschen Straße. Nun nimmt sie auf dem Gelände, das das Unternehmen von 1898 bis 2017 nutzte, Gestalt an – trotz der Lieferengpässe sowie den Corona-Auflagen, die für die bis zu 400 Arbeiter und Handwerker auf der Großbaustelle gelten.

Der Life-Science-Konzern und das Hamburg Team entwickeln das Projekt gemeinsam, berichtete Kreuzburg. Dabei stand er zwischen Baugerüsten auf dem kleineren der beiden künftigen Quartiersplätze. Eingerahmt wird der Platz von der alten Werkhalle mit dem Scheddach, der Life Science Factory und einem Gebäude des Duderstädter Medizintechnik-Konzern Ottobock. An die Werkhalle grenzt die Life Science Factory, wo junge Unternehmen Räume – auch Labore – anmieten können.

Auf der anderen Seite des Quartiersplatz versorgen von Ende 2022 an 60 Ottobock-Beschäftigte und 15 Mitarbeiter des Rehazentrums Junge Patienten aus aller Welt, kündigt Ottobock-Direktor, Rolf Jarasch, an.

Richtung Westen öffnet sich der Platz zum Turm, einem fünfstöckigen Gebäude. Dort hatte einst Horst Sartorius sein Büro, der letzte aus der Gründerfamilie, der das Unternehmen selbst führte. In dem künftigen Multifunktionsgebäude will der Laborausstatter sich auch selbst präsentieren.

Vom Quartiersplatz aus ist das sechsgeschossige Hotel Freigeist mit seinen 123 Zimmern und dem Restaurant zu sehen. „Die Bar auf dem Dach wird einen sensationellen Rundumblick auf die Stadt bieten“, kündigt Freigeist-Geschäftsführer Georg Rosentreter an. Im Erdgeschoss plant er mit dem italienischen Feinkost-Unternehmen Viani einen Laden.

114 Appartements in einem Smart-Hotel, die von einem Tag bis zu sechs Monaten gemietet werden können, werden ebenfalls gebaut, ebenso eine Kindertagesstäte und eine Tiefgarage, die von Freigeist betrieben wird. (Michael Caspar)

Kaum Kritik von den Bürgern am Quartier - Informationsveranstaltung zum Baufortschritt

Etwa 200 Anwohner und Interessierte haben sich am Dienstag unter Einhaltung der Corona-Regeln über den Stand der Aktivitäten im Sartorius Quartier im Göttinger Norden informiert. Sartorius will mit regelmäßigen Bürgerinformationen die Anwohner auf dem Laufendne halten.

Sartorius-Quartier in Göttingen - zwischen der Weender Landstraße (links) und Annastraße (rechts) in der Nordstadt.

„Es freut mich, dass wir nun im historischen Zentrum unseres früheren Werksgeländes die ersten fertiggestellten Gebäude zeigen können“, sagte Vorstandsvorsitzender Dr. Joachim Kreuzburg. Zuvor war – corona-bedingt mit einem Jahr Verspätung – Richtfest gefeiert worden. Und es gab Rundgängen für Interessierte.

„Das Sartorius Quartier erhält nun ganz rapide ein Gesicht. Das Leitmotiv Bilden – Gründen – Wohnen wird immer mehr greifbar und die Nordstadt bekommt mit dem Quartier einen attraktiven und zukunftsweisenden Baustein“, betonte Kreuzburg.

„Wissenschaft, Wirtschaft und Leben – mit diesem Areal entsteht ein Mikrokosmos in Göttingen“, lobte Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler (SPD) das Projekt. „Hierbei wurden die Anwohner von Beginn an mitgenommen, und man baute am aktuellen Bedarf orientiert.“

Joachim Kreuzburg dankte der Stadt für die Unterstützung und die vielen Impulse. Er und Christoph Kleiner (Hamburg Team) zeigten anhand von Luftbildern die Vielfältigkeit des neuen Sartorius-Quartiers.

In der Fragerunde und Diskussion gab es nur eine Kritik bezüglich der Erreichbarkeit des neuen Quartier. Eine Anwohnerin aus der Nordstadt bemängelte, dass die neue Buslinie 34 von und nach Bovenden nicht mehr die Bushaltestelle Liebrechtstraße direkt vor dem Sartorius-Quartier anfahre. Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler versprach ihr, diesem Fall nachzugehen. (Stefan Rampfel)

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