Urteil ist rechtskräftig

Ex-RiCö-Speditionschef muss erneut ins Gefängnis: Revision verworfen

Göttingen/Osterode. Der einstige Geschäftsführer der Osteroder Großspedition RiCö Internationale Transporte und Logistik GmbH muss erneut ins Gefängnis.

Der Bundesgerichtshof (BGH) habe die Revision des 53-Jährigen gegen ein Urteil des Landgerichts Göttingen verworfen, teilte eine Justizsprecherin am Montag mit. Das Göttinger Gericht hatte den Ex-Firmenchef im Februar vergangenen Jahres wegen Steuerhinterziehung in 24 Fällen zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren verurteilt.

Da sich das Verfahren aufgrund personeller Engpässe in der Justiz über Jahre hingezogen hatte, gelten zehn Monate der verhängten Strafe bereits als vollstreckt, so dass der Angeklagte insgesamt noch zwei Jahre und zwei Monate verbüßen muss.

Die Firma RiCö war einst eine der größten Speditionen in Deutschland. Im März 2008 meldete das Unternehmen Insolvenz an, rund 950 Mitarbeiter verloren damals ihren Arbeitsplatz. Dem Gerichtsurteil zufolge hatte der Firmenchef vor der Insolvenz durch illegale Tricks mehr als 17 Millionen Euro an Steuern hinterzogen. Unter anderem habe er zahlreiche Rechnungen gegenüber einer anderen von ihm geführten Firma in Osterode ausgestellt. Hierbei habe es sich um Scheingeschäfte gehandelt, für die keine Vorsteuern hätten abgezogen werden dürfen.

Schon einmal Haft wegen gewerbsmäßigen Betruges

Der 53-Jährige hat schon einmal eine Haftstrafe verbüßt. 2009 verurteilte das Landgericht Göttingen den Unternehmenschef wegen gewerbsmäßigen Betruges zu zweieinhalb Jahren Freiheitsstrafe. Er hatte gestanden, Leasinggesellschaften durch Betrügereien um rund 400 000 Euro geschädigt zu haben. In das Urteil einbezogen war ein früherer Strafbefehl des Amtsgerichts Göttingen wegen Steuerhinterziehungsdelikten in den Jahren 2003 bis 2006.

Rubriklistenbild: © Archiv/Oschmann

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