Neuer Schmutzwasserkanal

Riesenbohrer am Ziel: Durchbruch für den Kanal der Göttinger Universitätsmedizin

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Durchbruch: Der Bohrkopf für den neuen Schmutzwasserkanal der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) hat die Wand des ehemaligen Pumpwerks vor dem Bettenhaus 1 durchbrochen. Silke Marx vom Neubauteam der UMG und der Projektleitung für das Kanal-Microtunnelingverfahren freut sich darüber.

Göttingen – Die Universitätsmedizin Göttingen (UMG) bohrt einen neuen Kanal, der nach Fertigstellung das Schmutzwasser vom Gelände der Uni-Klinik ableiten wird. Damit wird die Schmutzwasser-Entsorgung vom Pumpenbetrieb auf eine „Freispiegelentwässerung“ umgestellt.

Im ersten Abschnitt wurde das Baufeld für den Neubau von Bettenhaus I und Operationszentrum – also das ehemalige Parkgelände um den nun verschwundenen Teich – untergraben.

Land gibt 3,7 Millionen

Das vom Land finanzierte Bohrvorhaben kostet 3,7 Millionen Euro. In der vergangenen Woche wurde der erste Durchbruch geschafft. Nach 137 Metern und drei „Bohrwochen“ von der Doppel-Startgrube bis zur Zielgrube am früheren Pumpwerk der UMG nahe des Bettenhauses 1 knackte der Bohrkopf die Wand der Zielgrube.

Zurück zur Startgrube

Der Bohrkopf wird nun wieder zur Startgrube transportiert, von wo er sich über 40 Meter auf dem Baufeld in Richtung Studentenwohnheim an der Robert-Koch-Straße durchfräsen soll. Im Ziel dort verbindet sich der Kanalabschnitt mit dem vorhandenen Abwassersystem der Stadt.

Tief unten angekommen: Der Bohrkopf ragt aus dem Schacht in etwa elf Metern Tiefe auf dem Baufeld der Universitätsmedizin Göttingen (UMG)

Schweres Gerät

Für die Microtunneling-Arbeiten wird schweres Gerät verwendet: eine Rohrvortriebsmaschine und der 17 Tonnen schwerer und im Durchmesser 1,74 Meter breiter Bohrkopf. Insgesamt werden etwa 60 einzelne, jeweils sechs Tonnen schwere und je drei Meter lange Elemente eingesetzt. So werden täglich etwa acht Meter Strecke in einer Tiefe von elf Meter Tiefe überwunden.

Dafür wird der Bohrkopf von der Startgrube aus mittels Hydraulikzylindern unterirdisch vorgepresst. Der Tunnel entsteht durch Herablassen und Nachschieben von Vortriebsrohren mit einem Innendurchmesser von 1,40 Metern.

185 Meter Kanalrohre

Insgesamt gilt es 185 Meter Rohrleitung im Erdreich voranzutreiben – vom alten Bettenhaus I, das auf einen Neubau wartet, bis zum vorhandenen Schmutzwasseranschluss der Stadt an der Zufahrt zum Grundstück „Robert-Koch-Str. 34/38“. tko

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