Harzer Höhenvieh

Rinder als rasenmähende Naturschützer rund um den Brocken

Rinder auf dem Gipfel – Auf dem Brocken weidet im Herbst wieder das traditionsreiche Harzer Höhenvieh. Die Rinder sollen dafür sorgen, dass auf dem höchsten Berg im Harz mehr seltene Pflanzen wachsen können und deren Aussterben verhindern.
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Rinder auf dem Gipfel – Auf dem Brocken weidet im Herbst wieder das traditionsreiche Harzer Höhenvieh. Die Rinder sollen dafür sorgen, dass auf dem höchsten Berg im Harz mehr seltene Pflanzen wachsen können und deren Aussterben verhindern.

Die Idee ist so außergewöhnlich wie logisch: Auf dem höchsten Berg im Harz sind wieder Rinder für den Naturschutz im Einsatz. Dabei machen das Harzer Höhenvieh auf dem Brocken eigentlich nur das, was sie immer tun – nämlich Gras fressen, und besonders gern saftiges.

Harz – Die Rinder sollen dafür sorgen, dass dort mehr seltene Pflanzen wie Brocken-Anemonen wachsen können. Und das gelingt den Tieren, die durch ihr Grasen neuen Lebensraum für bedrohte Arten schaffen und so deren Aussterben verhindern helfen sollen.

In den vergangenen zwei Jahren zeigte sich nach Angaben des Nationalparks Harz, dass die Rinder als natürliche Rasenmäher das Gras auf dem Brocken reduzieren und die Grasnarbe durchtreten. Das ist für den Naturschutz gut, weil grasfreie Standorte dann mit Anemonen oder Besenheide bepflanzt werden können, wie Biologe Gunter Karste erklärt, der im Nationalpark Harz für das Projekt zuständig ist.

Die normalerweise erst im Frühjahr blühende Brockenanemone hat im Harz wohl wegen des Klimawandels bereits im August ihre weißen Blüten ausgetrieben. „Es ist eigentlich nicht normal, dass man die Brockenanemone zusammen mit reifen Heidelbeeren fotografieren kann“, sagt der Sprecher der Nationalparkverwaltung Harz, Friedhart Knolle. „Sicher ist der Klimawandel mit den veränderten Witterungsabläufen die Ursache für dieses Phänomen.“

Die seltene Pflanze, die auch Frühjahrsbote des Brockens oder Teufelsbart des Brockens genannt wird, ist im Brockengarten auf dem höchsten Harzgipfel zu sehen. Dort wachsen auch Edelweißarten, Glockenblumen, Enziane, Leimkräuter und Flockenblumen aus verschiedenen geografischen Regionen. Das raue Klima auf dem 1141 Meter hohen Berg entspricht nach Angaben von Wissenschaftlern dem auf einem 3000 Meter hohen Gipfel in den Alpen. Göttinger Botaniker legten den Garten 1890 an. Im Zweiten Weltkrieg wurde er zerstört, ab 1950 wieder aufgebaut. In den 1960er Jahren erklärte die DDR den Brocken zum militärischen Sperrgebiet und baute dort Abhör-Einrichtungen und Unterkünfte für Soldaten. Nach der Wende begannen die Universitäten Göttingen und Halle mit dem Wiederaufbau des Brockengartens. (dpa/tko)

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