Bonifatiusgrundschule

Ringen um Schule: Ökumenischer Druck auf die Stadtverwaltung

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Göttingen: Bonifatiusgrundschule in Göttingen an de r Bürgerstraße. Die Schule soll verlegt werden.

Vor der Zusatz-Schulausschusssitzung am Mittwoch, 11. März, und der Entscheidung im Stadtrat am Freitag 13. März, machen die Kirchen Druck auf die Stadtverwaltung:

So fordern Dechant Wigbert Schwarze und Pfarrer Ludger Joos von der Citykirche St. Michael in einem offenen Brief den Erhalt der Bonifatiusschule I in der Innenstadt. Unterstützung komme auch vom evangelisch-lutherischen Kirchenkreis und Superintendent Friedrich Selter.

Adressiert ist das Schreiben, das sie Katholische Pressestelle am Dienstagmittag verschickt hat, an den Oberbürgermeister und alle politischen Fraktionen im Rat der Stadt Göttingen.

Inhalt: Man sei beunruhigt über die Pläne der Stadt, die Bonifatiusgrundschule mit ihren 145 Schülerinnen und Schülern „aus dem Stadtzentrum zu entfernen“.

Die Hälfte der Schüler wohnten in der unmittelbaren Nähe der Schule, die deshalb sowohl aufgrund der Lage als auch des Charakters (Zweizügigkeit) sich großer Akzeptanz und Nachfrage bei Schülern und Eltern erfreue.

Schwarze und Joos fragen deshalb nach dem Grund, warum die Boni I von ihrem zentralen Ort entfernt werden soll. Auch vermissen die beiden, dass die Stadt das außergewöhnliche Engagement in der Schule anerkennt und unterstützt. Die Entwicklung sei seit Jahren eine andere, konstatieren Schwarze und Joos. Beide hatten sich auch schon vor zwei Jahren für den Verbleib am Ort stark gemacht. So habe die Stadt auch beim Brandschutz statt einer „ordentlichen Fluchttreppe“ eine „billige Außentreppe“ gebaut und sich dafür „selbst die Betriebserlaubnis entzogen“.

Unter dem Strich steht die Forderung für den Erhalt am Platz oder an einem „ähnlich geeigneten Ort im Zentrum“, wo die Grundschule ihrem besonderen, auch religiösen Bildungsauftrag gerecht werden kann.

Unterstützer Friedrich Selter richtet ebenfalls einen Appell an die Stadtverwaltung: „Wohnortnahe Schulorte sind gerade im Bereich der Grundschulen wichtig.“ Laut Selter blicke die Bonifatiusgrundschule auf eine lange Tradition zurück, zu der auch die religiöse Prägung gehöre.

Selter weist auch daraufhin, wie wichtig der Dialog zwischen den Religionen ist. „Das haben wir in den vergangenen Jahren gemerkt.“

Dazu leiste die Boni einen wichtigen Beitrag. Er und weitere Pastoren, besonders der Innenstadtgemeinden, sprechen sich deshalb für den Erhalt am jetzigen Standort aus.

Die zusätzlich anberaumte Sitzung des Schulausschusses des Stadtrates findet nun am Mittwoch, 11. März, um 16 Uhr in der Mehrzweckhalle Grone, Backhausstraße 14, statt. (tko)

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