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Literaturherbst: Rolando Villazòn stellte Buch „Kunststücke“ vor

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Temperamentvoll, sympathisch: Rolando Villazòn stellte sein Buch „Kunststücke“ am Mittwochabend in der gut besuchten Lokhalle beim Literaturherbst vor.

Göttingen. Bücher schreiben ist in – auch für eigentliche Nicht-Autoren und Promis, denn sie werden gelesen. Ein Star hat es getan: Das Buch des Opernsängers Rolando Villazòn heißt „Kunststücke“.

Göttingen. Leger gekleidet sitzt er auf dem Stuhl und plaudert locker drauflos. Lila Pulli, oranger Schal, die Haare ein wenig verwuschelt, stets einen Spaß auf den Lippen. Nichts von der Eitelkeit, dem Glanz und Glamour, den man einem Weltstar der Opernszene unterstellen würde, der gerade aus London kommt und am nächsten Tag schon in Moskau singt.

Aktualisiert um 16.52 Uhr

Der Tenor Rolando Villazón präsentierte am Mittwoch in der Lokhalle beim Göttinger Literaturherbst seinen Roman „Kunststücke“. 400 Besucher waren gekommen, um mal nicht dem Sänger, sondern dem Autor Villazón zu lauschen und dabei auch etwas über den Menschen zu erfahren. Ein Wunsch, der aufging.

Lob dafür gebührt auch NDR-Klassik-Moderator Ulrich Kühn und Schauspieler Götz Lautenbach, der für Villazón das Vorlesen übernahm. Sensibel aber zielgerichtet verknüpfte Kühn seine Fragen über Handlung und Charaktere des Romans, mit dem Menschen, der sie zu Papier brachte. Im Mittelpunkt des lebendig und fantasievoll geschriebenen Romans, dem zwei weitere folgen sollen, steht „Macolieta der Clown“. Ein Träumer und Spaßmacher, der seine Kunst vornehmlich nur auf Kindergeburtstagen zeigen darf.

„Clowns sind mir ganz wichtig“, erklärt Villazón, und unterstreicht: „Ich habe nicht den Clown gewählt, um den Roman zu schreiben, sondern er mich.“ Mit seinen zwei Freunden Max und Claudio fährt Macolieta zu seinen Aufträgen - in einem kleinen gelben Auto, in dem „Yellow Submarine“ von den Beatles läuft. „Wenn ich schreibe, höre ich Musik“, sagt Villazón. Macliete, der Romanheld, wird übrigens erst Clown, nachdem er mit seiner bisherigen Existenz als angehender Priester gebrochen hat. Auch Villazón zeigt sich gern als Clown, witzelt, als ihm Wasser nachgeschenkt wird: „Ah, Tequilla, habt ihr auch noch Erdnüsse?“

Im Roman des 42-Jährigen mischen sich die Sphären. Auch Macolieta schreibt einen Roman – über den berühmten Clown Balancin, sein Alter Ego, der jedoch viel erfolgreicher ist als er. Auch in der Welt des aus Mexiko stemmenden Sängers mit Wiener Großvater mischt sich viel: „Ich wollte der beste Sänger werden, schon seit ich zwölf bin, aber auch schreiben.“ Viel Applaus und eine lange Schlange vor dem Büchertisch.

Heute im Literaturherbst:

19 Uhr, Ortwin Renn: „Das Risikoparadox“, Paulinerkirche; 19 Uhr, Gudrun Krivokapic: Aleksandar Gatalica „Jahrhundert“ im Gespräch mit Klaus Wettig, Goethe-Institut; 19 Uhr, Johan Bargum, „Septembernovelle“, Apex; 20 Uhr, Lewis Milestone, „Im Westen nichts Neues“, Film, Lumiere; 21 Uhr: Selja Ahava, „Der Tag an dem ein Wal durch London schwamm“, Apex; 21 Uhr: Benjamin Lebert, „Mitternachtsweg“, Literarisches Zentrum. (tko)

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