Bordstein hoch,Treppe runter

Rollschultraining, Tipps und Austausch beim SC Hainberg 

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Lisa Steinert zeigt, wie man den Rollstuhl ankippt, um Hindernisse zu überwinden.

Rollstuhlfahren muss gelernt sein. Neben kräftigen Armmuskeln gehört auch eine gewisse Technik dazu, um alltägliche Herausforderungen wie Bordsteine oder Busfahrten zu meistern. Den Umgang damit erlernen Rollstuhlfahrer im neuen Mobilitätstraining des SC Hainberg.

Auch Personen mit Rollator und Gehstock sowie interessierte „Fußgänger“ sind willkommen.

„Oft wird einem der Rolli hingestellt und dann heißt es: Mach mal“, sagt Marco Woltermann. Er und Lisa Steinert wollen Rollstuhlfahrern und anderen Interessierten gutes Rollstuhlfahren vermitteln. Ziel sei es, eine selbstständige Alltagsbewältigung zu ermöglichen.

„Man kann mit einem Rollstuhl auch zum Beispiel auch Treppen runterfahren“, sagt Lisa Steinert. Die erfahrenen Rollstuhlfahrer wollen den Teilnehmern Tipps zum Bewältigen von Hindernissen geben. Dazu sind Ausflüge in die Stadt und mit öffentlichen Verkehrsmitteln geplant. Auch sportliche Aktivitäten wie Rollstuhlskaten wären in der FunSporthalle des SC Hainberg möglich. Doch dazu fehlen momentan noch die richtigen Modelle.

Einige verschiedene Stühle stehen jetzt schon bereit – teilweise gestiftet von örtlichen Sanitätshäusern. Die können Teilnehmer für sich ausprobieren. Denn ein „Rolli“ müsse individuell an den Nutzer angepasst werden, sagt Woltermann. Sach- und Finanzspenden für den Ausbau des Rollstuhlangebots werden deshalb benötigt. Der Stadtsportbund hat eine finanzielle und organisatorische Unterstützung des Projekts in Aussicht gestellt.

Lisa Steinert zeigt, wie man den Rollstuhl ankippt, um Hindernisse zu überwinden.

Das „RolliTraining“ soll darüber hinaus auch einem sozialen Austausch dienen. Dieses Angebot nimmt Katharina Regehr bereits wahr. Sie fährt einen elektrischen Rollstuhl und hat im Januar und Februar an professionellen Trainings in dem Räumen des SC Hainberg teilgenommen. Nun wolle sie noch mehr lernen und freue sich darauf, andere Rollstuhlfahrer kennenzulernen.

Beim ersten Treffen waren interessierte Fußgänger jedoch in der Überzahl. Zu ihnen gehörte der angehende Erzieher Marco Antonio. An dem Rollitreffen habe er teilgenommen, um das Thema seinen Kindergarten-Kindern besser vermitteln zu können. Auch Marvin Munke, Referendar an der Arnoldi-Schule, nimmt an dem Angebot teil, um seine Erfahrungen mit seinen Schülern zu teilen. Darüber freuen sich Steinert und Woltermann. Denn das Training könne auch dazu dienen, Kindern und Jugendlichen die Berührungsängste mit dem Thema zu nehmen.

Über weitere Rollstuhlfahrer, die auch eigene Ideen in die Treffen einbringen, würde sich die Gruppe freuen. Trainings finden zwei Mal im Monat statt. Am 4. April treffen sich fortgeschrittene Rollstuhlfahrer um 17 Uhr vor dem Carré Göttingen (Weender Straße 75) um das Überwinden von Hindernissen im Alltag zu üben. Am 18. April findet um 17 Uhr ein Treffen in der FunSporthalle des SC Hainberg (Bertha-von-Suttner-Straße 2) für Anfänger und Interessierte statt. Anfahrt ist mit den Buslinien 71,72 und 73 möglich.

Kontakt: Marco Woltermann, Tel. 0551/770 27 88 oder per Mail an rollitraining@sc-hainberg.de.

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