Bahnstrecke wieder freigegeben

Gefahr durch Getreide-Silo gebannt: Einsatzkräfte bewiesen Geschick

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Sicherung mit Bohlen und Spanngurten: Damit wurde der Getreide-Silo, der zu platzen drohte, von den Einsatzkräften zusätzlich stabilisiert.

Großeinsatz für Feuerwehr und Technisches Hilfswerk in Rosdorf. Dort wurde am Montag ein Riss in einem Getreidesilo festgestellt. Das Silo ist inzwischen komplett entleert.

Update am 11.11.2019 um 14.30 Uhr – Handwerkliches Geschick mussten die Einsatzkräfte am Montag bei einem Getreide-Silo in Rosdorf beweisen. Sie sicherten den Behälter, der zu platzen droht. Er wurde inzwischen komplett entleert. Dabei kamen Spanngurte und Holzbohlen zum Einsatz. 

Die Bohlen wurden senkrecht an den Behälter gelegt. Anschließend wurden gleich mehrere Spanngurte herumgelgt und festgezurrt. Damit bekam das Bauwerk insbesondere im unteren Bereich deutlich mehr Stabilität. Warum der etwa 30 Zentimeter lange Riss auftrat, blieb auch am Dienstag noch unklar. In dem Silo wurden insgesamt 900 Tonnen Weizen gelagert. 

Bis 23 Uhr war etwa die Hälfte davon entleert worden. Dadurch wurde die Belastung für den Silo deutlich vermindert. Deshalb konnten auch die Mitarbeiter des Technischen Hilfswerks (THW) die Einsatzstelle verlassen. Schon einige Stunden zuvor waren die Einsatzkräfte der Feuerwehr abgezogen worden. 

Ein Getreide-Silo drohte in Rosdorf zu bersten: Betroffen war der mittlere der fünf Speicher. Feuerwehr und Technisches Hilfswerk waren vor Ort.

Silo-Anlage steht direkt an der Bahnstrecke Göttingen-Eichenberg

Bei dem Einsatz war besondere Vorsicht geboten, weil die Silo-Anlage direkt an der Bahnstrecke Göttingen-Eichenberg steht. Deshalb musste die wichtige Güter- und Nahverkehrsstrecke für einige Stunden voll gesperrt werden. Fahrgäste des Cantus mussten deshalb zeitweise auf Busse umsteigen. Doch bereits am frühen Montagabend konnten die Züge wieder im langsamen Tempo vorbeifahren.

Update am 11.11.2019 um 20.45 Uhr - Jetzt surren an der Einsatzstelle in Rosdorf die Stromerzeuger. Der Getreide-Speicher wird taghell beleuchtet, um den betroffenen Silo genau überwachen zu können. Die Züge fahren weiter im gedrosselten Tempo vorbei.

Das betroffene Silo wird taghell ausgeleuchtet, um es genau beobachten zu können.

Update am 11.11.2019 um 18.08 Uhr - Das Entleeren des defekten Silos hat inzwischen begonnen. Zuvor war der untere Teil des Bauwerks stabilisiert worden. Gegen 17.45 Uhr wurde nach einer Prüfung die Sperrung der Bahnstrecke aufgehoben. Allerdings dürfen Züge die Strecke nur mit langsamen Tempo passieren.

Update am 11.11.2019 um 17.37 Uhr - Das Getreide-Silo in Rosdorf droht weiterhin zu bersten. Nach wie vor ist die Gefahr nicht gebannt. Deshalb muss die Bahnstrecke "bis auf Weiteres" gesperrt bleiben. 

Fahrgäste des Cantus müssen deshalb weiterhin mit Behinderungen rechnen. Unterdessen werden die unteren Bereiche des Silos mit Holzbohlen und Spanngurten gesichert, berichtet Christian Henke, Pressesprecher der Feuerwehr Rosdorf. So soll dem Bauwerk zusätzliche Stabilität verliehen werden. 

Getreide-Silo in Rosdorf: Warum der Riss entstand, ist bislang noch unklar

Die Feuerwehr richtet sich auf einen längeren Einsatz ein und hat Beleuchtung vor Ort aufgebaut. Auch das Technische Hilfswerk hat inzwischen weitere Spezialtechnik im Einsatz. So wurden Prismen angebracht, um mögliche Bewegungen des Silo noch genauer registrieren zu können.

Erstmeldung am 11.11.2019 um 14 Uhr - Betroffen ist ein mit 900 Tonnen Weizen gefüllter Silo eines Getreidelagers direkt an der Bahnlinie Eichenberg-Göttingen, die deshalb gesperrt ist. 

Der Eigentümer der Siloanlage hatte die Rettungskräfte gegen 11 Uhr alarmiert, weil Getreide ausgetreten war. Bei einer ersten Überprüfung stellte sich heraus, dass ein etwa 30 Zentimeter langer und senkrechter Riss vorhanden war.

Getreidesilo droht zu platzen: Gelände weiträumig abgesperrt

Die Rosdorfer Feuerwehr und die Polizei sicherten das Gelände zunächst weiträumig ab. Die Feuerwehren waren mit gut 20 Aktiven im Einsatz. Außerdem wurde das Technische Hilfswerk, das über Statik-Spezialisten verfügt, alarmiert. 

Zunächst war das Göttinger THW vor Ort. Neben einem Fachberater aus Uni-Stadt wurde auch ein Bau-Fachberater des Ortsverbandes Großalmerode alarmiert. Außerdem waren Mitarbeiter des Einsatzstellen-Sicherungssystems aus Northeim vor Ort, die mögliche Bewegungen des Gebäudes auf weniger als einen Millimeter feststellen können. Vom THW waren etwa zehn Aktive vor Ort.

Karte: Hier ist das Getreide-Lager in Rodsorf zu finden

Bei einer ersten Untersuchung wurden keine Bewegungen des Silos festgestellt. Trotzdem wurde noch vor Ort entschieden, den Silo zu entleeren. Dies wird vermutlich etwa zehn bis zwölf Stunden dauern. Zumindest ein Teil des Getreides kann in andere Silos umgepumpt werden.

Wegen der bestehenden Gefahr bleibt die Bahnstrecke zwischen Göttingen und Eichenberg gesperrt. Reisende, die mit dem Cantus unterwegs sind, müssen mit Behinderungen rechnen. Der Fernverkehr mit ICE und IC ist nicht betroffen, weil diese Züge über die Neubaustrecke verkehren.

Getreide-Silo droht in Rosdorf zu platzen

Großeinsatz für Feuerwehr und Technisches Hilfswerk in Rosdorf. Dort wurde am Montag ein Riss in einem Getreidesilo festgestellt. Es drohte zu platzen. © Bernd Schlegel
Großeinsatz für Feuerwehr und Technisches Hilfswerk in Rosdorf. Dort wurde am Montag ein Riss in einem Getreidesilo festgestellt. Es drohte zu platzen. © Bernd Schlegel
Großeinsatz für Feuerwehr und Technisches Hilfswerk in Rosdorf. Dort wurde am Montag ein Riss in einem Getreidesilo festgestellt. Es drohte zu platzen. © Bernd Schlegel
Großeinsatz für Feuerwehr und Technisches Hilfswerk in Rosdorf. Dort wurde am Montag ein Riss in einem Getreidesilo festgestellt. Es drohte zu platzen. © Bernd Schlegel
Großeinsatz für Feuerwehr und Technisches Hilfswerk in Rosdorf. Dort wurde am Montag ein Riss in einem Getreidesilo festgestellt. Es drohte zu platzen. © Bernd Schlegel
Großeinsatz für Feuerwehr und Technisches Hilfswerk in Rosdorf. Dort wurde am Montag ein Riss in einem Getreidesilo festgestellt. Es drohte zu platzen. © Bernd Schlegel

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