Gemeinde sucht jetzt neue Wege

Rosdorf scheiterte mit Demokratie-Planspiel und bei Jugendforen

Heinrich-Grupe-Schule.
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Das Demokratie-Planspiel des Kinder und Jugendbüros langweilte offenbar die Dritt- und Viertklässler der Heinrich-Grupe-Schule.

Dritt- und Viertklässlern macht es Spaß, Spielplätze zu bewerten. Demokratie-Planspiele kommen schlechter an. Diese Erfahrung hat die Gemeinde Rosdorf gemacht. Sie sucht seit Jahren nach einem Weg, um Kinder und Jugendliche in politische Prozesse einzubinden.

Rosdorf – Auf Desinteresse ist in der Grundschule Drammetal ein Angebot des Rosdorfer Kinder- und Jugendbüro gestoßen. Das teilte Bürgermeister Sören Steinberg (SPD) dem Rat der Gemeinde mit. Das Büro bot den Schülern an, mit ihnen nach dem Unterricht und den Hausaufgaben im Zuge der Ganztagsbetreuung das Planspiel „Eine neue Straße für Felddorf“ zu spielen. Es kamen nicht genug Teilnehmer für eine Arbeitsgemeinschaft zusammen.

Mehr Erfolg hatte das Büro zunächst an der Heinrich-Grupe-Schule in Rosdorf. In der AG dort verloren die Dritt- und Viertklässler, deren Konzentrationsfähigkeit am Nachmittag ohnehin nicht mehr allzu groß war, allerdings rasch das Interesse. Das Spiel, das demokratische Prozesse erlebbar macht, war den Kindern zu abstrakt. Die Mitarbeiter des Büros reagierten. Gemeinsam mit den Grundschülern suchten sie nach Themen, die mehr Bezug zu ihrem Leben haben. So kamen sie auf die Idee, Spielplätze zu besichtigen und zu bewerten.

Aufgrund der insgesamt ernüchternden Erfahrungen hat der Rat nun beschlossen, die Zusammenarbeit mit den beiden Grundschulen erst einmal ruhen zu lassen. Das Kinder- und Jugendbüro soll sich nun darüber informieren, welche Wege andere Kommunen bei der Beteiligung junger Menschen beschreiten. Die Ergebnisse wird das Büro in einem Jahr dem Rat vorstellen.

„Wir haben bereits verschiedene Dinge ausprobiert“, betonte Bürgermeister Steinberg. So hat das Kinder- und Jugendbüro mehrfach junge Menschen angeschrieben und zu Jugendforen in den einzelnen Ortsteilen eingeladen. Auch dabei hielt sich der Erfolg in Grenzen. Ein Problem: Rosdorf verfügt über keine weiterführenden Schulen. „Wir haben daher keinen direkten Zugriff auf Jugendliche“, erklärte die grüne Fraktionsvorsitzende, Ursula Barking. Sie regte an, dass das Kinder- und Jugendbüro verstärkt soziale Medien nutzen soll.

Eine engere Zusammenarbeit mit den Vereinen und der kirchlichen Jugendarbeit forderte CDU-Ratsherr Christian Frölich. „Wir müssen an dem Thema weiterarbeiten, auch wenn es an der Umsetzung hapert“, betonte Dieter Eikenberg (Wählergemeinschaft Gut und Transparent). In der Pflicht sieht er auch die Politik, die die Ideen der jungen Menschen am Ende umsetzen müsse. Es gelte, Geld in die Hand zu nehmen. (Michael Caspar)

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