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Rosdorf schont Geldbeutel der Eltern

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Von: Michael Caspar

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Personalmangel: Weil sich vier Stellen nicht besetzen lassen, hat die evangelische Kindertagesstätte in Obernjesa die Betreuungszeiten am Nachmittag verkürzt.
Personalmangel: Weil sich vier Stellen nicht besetzen lassen, hat die evangelische Kindertagesstätte in Obernjesa die Betreuungszeiten am Nachmittag verkürzt. © Michael Caspar

Eltern sind durch die Pandemie belastet. Deshalb will die Gemeinde Rosdorf erst im Jahr 2023/24 die Beiträge für Krippenkinder anheben, so der Rat.

Rosdorf – Die Gemeinde Rosdorf will die Elternbeiträge für Krippenkinder erst im Jahr 2023/24 anheben. Die Eltern seien durch die seit zwei Jahren anhaltende Pandemie derzeit ohnehin schon belastet, befand der Rat.

Im Zuge der verschobenen Anhebung beabsichtigen die Kommunalpolitiker die Staffelung der Beiträge ausgeglichener zu gestalten. „Derzeit fallen Eltern bereits mit einem Nettoeinkommen – einschließlich des Kindergeldes – von gut 3500 Euro in die höchste Einkommensgruppe“, führte Maria Reutter (GuT) aus.

Damit werde ein Monatsbeitrag von rund 600 Euro zuzüglich 80 bis 100 Euro Essensgeld fällig. Zum Vergleich: Die Rosdorfer Kita Flohzirkus verlange von allen Eltern nur gut die Hälfte.

Personalkosten sind deutlich gestiegen

Die Folge: Besserverdienende versuchen ihre Kinder möglichst im Flohzirkus unterzubringen. Alleinerziehende Mütter meiden ihn dagegen, da für sie der Benutzungstarif der Gemeinde deutlich günstiger ist als des Flohzirkus. Um eine Annäherung hinzubekommen, hatte der der Jugendausschuss dem Gemeinderat empfohlen, die oberen drei Einkommensgruppen zu streichen.

Dagegen sprach sich jedoch die SPD in einem Gegenantrag aus. Das Staffelsystem habe sich in den vergangenen, fast 30 Jahren bewährt, argumentierte Bürgermeister Sören Steinberg (SPD). Stärkere Schultern sollten auch mehr tragen. Sein Allgemeiner Vertreter, Klaus Hampe, machte darauf aufmerksam, dass der Gesetzgeber eine Staffelung der Beiträge vorschreibt.

Das Aufschieben der Erhöhung führt dazu, dass nun die Gemeinde die seit der letzten Entgelt-Anpassung 2019 um 4,7 Prozent gestiegenen Personalkosten selbst tragen muss – 28.000 Euro im Jahr. Bürgermeister Steinberg erinnerte daran, dass die Gemeinde die Kinderbetreuung bereits heute mit jährlich drei Millionen Euro unterstützt.

Personalmangel in den Kitas

Im Rat kam auch der Personalmangel in den Kindertagesstätten zur Sprache. So kann die evangelische Kita in Obernjesa derzeit vier Stellen nicht besetzen.

Sie verkürzt daher – erst einmal bis zu den Sommerferien – die Öffnungszeiten am Nachmittag. Die Kirche, die in der Gemeinde sechs Kitas betreibt, sei offenbar „überfordert“, schimpfte ein Vater während der Einwohnerfragestunde.

Das wollte Bürgermeister Sören Steinberg so nicht stehen lassen. Die Gemeinde stehe mit allen Trägern – neben der Kirche noch dem Verein Kinderhaus und dem Flohzirkus-Verein – in Kontakt. Sie alle kämpften mit der gleichen Herausforderungen.

Zu wenige junge Menschen absolvieren Erzieherausbildung

Erzieher ließen sich „nicht aus dem Hut zaubern“, sagte Steinberg. Zu wenige junge Menschen absolvierten die Ausbildung und von ihnen ständen am Ende nicht alle dem Arbeitsmarkt zur Verfügung. Das treffe auch die politische Gemeinde, die den Anne-Frank-Kindergarten betreibe.

Wenn die Einrichtung in den geplanten Neubau am Mengershäuser Weg ziehen und dort ihre Kapazität mehr als verdoppeln werde, würde auch sie zusätzliches Personal benötigen. (Michael Caspar)

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