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Rosen-Festwochen bei Göttingen sind ein Muss für Freunde des stacheligen Zierstrauchs

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Von: Per Schröter

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Blühende Rosenstauden im Rosenpark Reinhausen.
Der Rosenpark Reinhausen feiert Festwochen anlässlich der Blütezeit des edlen Gewächses. Ein Besuch des Parks lohnt sich. © Per Schröter

Der Rosenpark in Reinhausen bei Göttingen feiert aktuell Rosen-Festwochen. Noch bis zum 26. Juni können Besucher sich die farbenfrohen Stauden ansehen.

Reinhausen – Ein Besuch im Rosenpark Reinhausen ist seit langem ein absolutes Muss für Rosenfreunde von nah und fern. Anlässlich der Blütezeit finden dort noch bis zum 26. Juni die Rosen-Festwochen statt. 

„Wie überall in Europa finden sich auch in unserer Region in alten Gärten oder auf alten Friedhöfen auch immer noch alte Rosen“, erzählt Rosenpark-Betreiberin Karin Schade, die vor vielen Jahren eine Leidenschaft für die zumeist prächtig blühenden und intensiv duftenden Blumen entwickelte und ihr Hobby später auch zu ihrem Beruf machte.

Rosen-Festwochen in Reinhausen: Noch bis zum 26. Februar im Rosenpark

Ein Großteil dieser Fundrosen sei unter ihren ur­sprünglichen Namen noch im Handel zu finden, aber ebenso viele seien längst verschollen. Diese Rosen zu retten, sie wieder in den Handel zu bringen und ihnen - wenn möglich - sogar ihren Namen zurückzugeben, ist das Ziel der 56-Jährigen.

Rosengarten-Betreiberin Karin Schade
Rosengarten-Betreiberin Karin Schade freut sich auf viele interessierte Besucher im Rosengarten. © Per Schröter

Um dieses Ziel verwirklichen zu können, pachtete Schade vor 14 Jahren ein rund einen Hektar großes Grundstück in Reinhausen und legte dort einen Rosenpark an. „Dort habe ich Vergleichspflanzungen angelegt, bei denen ich Fundrosen mit den heute noch erhaltenen und bekannten Rosen vergleiche“, sagt sie.

Derzeit stünden im Park etwa 2.000 Rosensorten, davon rund 300 Fundrosen aus der Region und aus ganz Europa. „Sie blühen wie Flieder oder Forsythien einmal im Jahr überschwänglich am mehrjährigen Holz“, so Schade. Ihr Duft sei einzigartig. „Es gibt sie schon seit vielen hundert Jahren und im Vergleich zu den modernen, öfter blühenden Rosen sind sie äußerst robust“, sagt die Expertin.

Rosenpark Reinhausen: Aktuell rund 2.000 Rosensorten im Park vorhanden

„Unsere Rosen im Park sollen auch dazu dienen, Anfälligkeiten oder Resistenzen gegen Pilz- Krankheiten und tierische Schädlinge sichtbar zu machen“, erzählt Karin Schade. Daher würden sie auch nicht gespritzt. Mit dem Ziel der gegenseitigen fachlichen Unterstützung ging die Reinhäuserin eine Kooperation mit dem Europarosarium in Sangerhausen (ERS) ein. „Unter anderem sind in unserem Rosenpark auch Sicherheitsduplikate aller im ERS vorhandenen Gallica- und Alba-Rosen vorhanden, die teilweise nur noch dort stehen.“

Besonders stolz ist Karin Schade auf ihre Vergleichsprojekte von Alba-Rosen und von den ganz dunklen, violetten oder schwarzroten Alten Rosen. „Weitere Schwerpunkte sind die kaffeefarbenen und die blauen oder fliederfarbenen modernen Rosen“, sagt sie. Auch die nach Harz duftenden Moosrosen seien in großer Zahl vorhanden.

Mit der Leidenschaft, neue Rosen zu züchten, kam bei der Parkbetreiberin die Idee auf, Rosen von Amateur- oder Hobbyzüchtern nicht nur in das Verkaufsangebot zu nehmen, sondern einen gesonderten Hobbyzüchtergarten anzulegen. „Dort kann man die Gartentauglichkeit und die Robustheit prüfen, aber auch herausfinden, ob diese neuen Rosensorten auch den Besuchern und damit späteren Kunden gefallen“, sagt Karin Schade.

Hobbyzüchter würden viel Zeit, Liebe und Arbeit in ihre Züchtungen stecken, aber eben nicht Millionen von Euro wie die großen Firmen, die sich an Trends orientieren müssen, um ihr Geld wieder hereinzubekommen. „Amateurzüchter dürfen nach Herzenslust probieren und experimentieren.“ Dadurch seien ihre Zuchtergebnisse teilweise auch „exquisit, neu und ungewöhnlich“.

Weitere Infos (auch zu den Rosen-Festwochen und den Öffnungszeiten) gibt es unter blog@staudenundrosen.de. (Per Schröter)    

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