Risiken bei der Landung

Rosetta-Mission: Komet spuckt Staubfontänen - Raumsonde zeigt einmalige Fotos

Einzigartige Fotos: Die Raumsonde Rosetta funkte Bilder zum Göttinger Max-Planck-Insitut für Sonnensystemforschung (MPS). Der Komet 67P euert Staubfahnen ins All. Foto: MPS/nh

Göttingen. Die Raumsonde Rosetta hat nie zuvor von Menschen gesehene Fotos zur Erde geschickt: Zu sehen sind Staubfahnen: Der Komet 67P/Churyumov-Gerasimenko schleudert Staubfahnen ins All. Die Landeeinheit Philae soll Mitte November auf dem Kometen aufsetzen. Ein „Touchdown“, der nicht ohne Risiken ist - wie die HNA erfuhr.

Der fotografierte Staub stammte zu einem Großteil von der Halsregion, die die beiden Teile des Kometen verbindet. Neue Bilder von 67P, die mit Hilfe des wissenschaftlichen Kamerasystems Osiris, das in am Göttinger und vormals Katlenburg-Lindauer Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung (MPS) entwickelt wurde, zeigen nun, dass Fontänen aus Staub auch an anderen Stellen an der Oberfläche auftreten.

Die Forscher nehmen nun an, dass durch die stärkere Sonneneinstrahlung die Oberfläche des Kometen aktiver wird. „Erstmals verfolgen wir die Staubemissionen ganz aus der Nähe“, sagt Holger Sierks, der Osiris-Teamleiter. Die Forscher hoffen, dass die Osiris-Aufnahmen helfen werden zu verstehen, wie sich Kometenaktivität entwickelt und welche physikalischen Prozesse dabei eine Rolle spielen.

Der Komet 67P ist noch mehr als 450 Millionen Kilometer von der Sonne entfernt. Die Forscher erwarten, dass die Aktivität eines Kometen erst merklich zunimmt, wenn er sich der Sonne auf etwa 300 Millionen Kilometer genähert hat.

Während die Gesamtaktivität von 67P zunimmt, erscheint die Landestelle der Mission auf dem „Kopf“ des Kometen noch ruhig zu sein. Aber es gibt Hinweise, dass in einer Entfernung von etwa einem Kilometer neue aktive Regionen erwachen.

Landung mit Risiken 

Prof. Hermann Böhnhardt

Größte Unsicherheit für die Operation Landung auf dem Kometen ist die Oberflächenbeschaffenheit: So könnte die Struktur brüchig oder die Oberfläche meterhoch mit Staub bedeckt sein - beides wäre nicht optimal, die Landeeinheit Philae könnte einsinken, wie Prof. Hermann Böhnhardt vom Göttinger MPS am Mittwoch auf Anfrage sagte. Böhnhardt ist einer der verantwortlichen Wissenschaftler für die Landemission. Großer Unsicherheitsfaktor ist auch, dass der Landepunkt in einem Umkreis von einem Kilometer liegen könnte. „Exakter können wir das nicht vorausbestimmen.“

Hintergrund: Kometen-Mission Rosetta 

Rosetta ist eine Mission der Europäischen Weltraumagentur ESA mit Beiträgen der Mitgliedsstaaten und der amerikanischen Weltraumagentur NASA. Rosettas Landeeinheit Philae wurde von einem Konsortium unter Leitung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung (MPS) und der französischen und italienischen Weltraumagentur (CNES und ASI) entwickelt. Rosetta ist die erste Mission sein, die einen Kometen anfliegt, ihn auf seinem Weg um die Sonne begleitet und eine Lander auf ihm absetzt. (tko)

Von Thomas Kopietz

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