Rosetta-Mission: Riesen-Hohlräume im Kometen

Schachtartige Vertiefungen: Sie erlauben einen Blick bis zu 200 Meter ins Innere des Kometen. Die Aufnahme entstand im September 2014. Foto: ESA/Rosetta/MPS for OSIRIS Team MPS/UPD/LAM/IAA/SSO/INTA/UPM/DASP/IDA

Göttingen. Neue Erkenntnisse vom Rosetta-Kometen 67P/Churyumov-Gerasimenko: Unter dessen Oberfläche erstrecken sich bis zu einige hundert Meter große Hohlräume, die nach und nach einstürzen.

Zu diesem Ergebnis kommen Forscher unter der Leitung des Göttinger Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung (MPS), die Aufnahmen der Kometenoberfläche ausgewertet haben. Darin finden sich sonderbare, schachtartige Vertiefungen, die gewöhnlichen Kratern völlig unähnlich sind und aus denen Staub und Gas ins All entweichen. In ihrer aktuellen Studie argumentieren die Wissenschaftler, dass diese Strukturen entstehen, wenn Hohlräume unter der Oberfläche des Kometen einsacken. Die Veröffentlichung erscheint im Fachmagazin Nature.

18 sonderbar schachtartige Vertiefungen, die alle auf der Nordhalbkugel des Rosetta-Kometen 67P/Churyumov-Gerasimenko auftreten, haben die Wissenschaftler unter Leitung von Jean-Baptiste Vincent vom MPS untersucht. Sie werteten dazu Aufnahmen des Kometen aus, die das wissenschaftliche Kamerasystem Osiris an Bord der ESA-Raumsonde Rosetta in der Zeit von Juli bis Dezember vergangenen Jahres aufgenommen hatte.

Landeeinheit im Einsatz

Rosetta ist eine Mission der Europäischen Weltraumagentur ESA mit Beiträgen der Mitgliedsstaaten und der amerikanischen Weltraumagentur Nasa. Rosettas Landeeinheit Philae wurde von einem Konsortium unter Leitung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung (MPS) und der französischen und italienischen Weltraumagentur (CNES und ASI) zur Verfügung gestellt. Rosetta ist die erste Mission in der Geschichte, die einen Kometen anfliegt, ihn auf seinem Weg um die Sonne begleitet und eine Landeeinheit auf seiner Oberfläche absetzt.

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