Erstmals gibt es Fotos vom Entstehen einer Staubwolke auf einem Kometen

Rosetta-Sonde: Kamera beobachtet Aufwachen einer Staubfontäne

Rosetta-Mission: Die Osiris-Kamera an Bord des Orbiters beobachtet, wie Staub auf dem Kometen aktiv wird. Foto: Osiris/ESA

Göttingen. Der Komet 67P/Churyumov-Gerasimenko wird aktiver – und die Rosetta-Raumsondenmission ist nah dran. Jetzt lieferte die Kamera Fotos vom Entstehen einer Staubfontäne auf dem Kometen.

Das im Göttinger Max-Planck-Institut für Sonnensytemforschung entwickelte Kamerasystem Osiris konnte diesen Moment erstmals im Bild festhalten.

Manchmal hängt alles davon ab, zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort zu sein. Oder – wie im Fall der ESA-Raumsonde Rosetta – zum exakt richtigen Zeitpunkt die Augen zu öffnen und zu sehen wie eine Staubfontäne auf einem fernen Kometen zum Leben erwacht.

Die Aufnahmen wurden am 12. März aus einer Höhe von 75 Kilometern aufgenommen.

Die Aktivität des Rosetta-Kometen 67P/Churyumov-Gerasimenko nimmt stetig zu, er kommt der Sonne näher. Je wärmer der Kometenkern auf seiner Reise in Richtung Sonne wird, umso mehr gefrorenes Gas verdunstet von der Oberfläche und reißt Staubteilchen mit sich. Mittlerweile hüllt sich der Kern in eine dichte Koma (Wolke) aus Staub und Gas, auf der Tagseite des Kometen strömen ständig Staubfontänen ins All.

Begeistert: Holger Sierks vom Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung erklärt das Kamerasystem Osiris der Rosetta-Raumsonde. Foto: Kopietz

„Dies war ein absoluter Zufallsfund“, freut sich Holger Sierks vom Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung (MPS) in Göttingen, Leiter des Osiris-Teams. Und auf diesen Zufall mussten Siercks und Co. auch hoffen: „Noch niemals zuvor ist jemand Zeuge davon geworden, wie eine Staubfontäne erwacht. Es ist unmöglich, eine solche Aufnahme zu planen.“

Aus den Aufnahmen konnten die Forscher die Geschwindigkeit, mit der die Staubteilchen ins All fliegen, auf mindestens acht Meter pro Sekunde bestimmen.

Erstaunlicherweise – wie die Forscher mitteilen – hat die neugeborene Staubfontäne auf „67P“ ihren Ursprung an der im Schatten liegenden Unterseite des Kometen. Bisher hatten Forscher Kometenaktivität nur auf der Tagseite von „Tschuri“ beobachtet.

Auslöser der Staubfontäne könnte aber auch eine andere, explosivere Art der Kometenaktivität sein. Eine Hitzewelle könnte gefrorene Gase erreicht haben, die unter der Oberfläche des Körpers verborgen sind.

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