Rückführung von somalischer Familie verhindert: Gegner blockierten Wohnung

Die Rückführung der somalischen Familie ist zunächst verhindert: Etwa 130 Abschiebungsgegner waren am Montag im Maschmühlenweg vor Ort. Foto: Rampfel

Göttingen. Eine kleine somalische Familie bleibt zunächst in Göttingen. Etwa 130 Demonstranten waren am Montag am Maschmühlenweg, um eine mögliche Rückführung nach Italien zu verhindern.

Aktualisiert um 13.52 Uhr

Noch am Freitag hatte ein Arzt ein Attest an die Ausländerbehörde gefaxt. Darin wurde der Behörde mitgeteilt, dass eine Rückführung eine psychische Gefahr wegen einer möglichen Re-Traumatisierung darstellt. Der Göttinger Arbeitskreis Asyl hatte sich für das Schicksal der Familie eingesetzt. Die Polizei war am Montag nicht vor Ort. Laut Grüner Jugend Göttingen wurde die Rückführung verhindert, indem der Zugang zur Wohnung der Familie blockiert wurde. Die Grüne Jugend kritisiert, dass die Forderung an das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, die Rückführung auf Grund von menschenunwürdigen Zuständen für Flüchtlinge in Italien abzusagen, nicht erfüllt wurde.

Flucht nach Europa 

Die Betroffenen waren aus Somalia nach Europa geflüchtet. „Die Flüchlinge haben, durch den dortigen Krieg, der Alltäglichkeit von Gewalt und der jahrelangen Flucht, viele traumatische Erlebnisse durchgemacht“, heißt es in einer Mitteilung des Arbeitskreises Asyl. Vor drei Monaten kam die Tochter des Paares zur Welt. Die Mutter muss sich noch von der Geburt erholen, so der Göttinger Arbeitskreis Asyl. Der übt unterdessen weitere Kritik an der Göttinger Ausländerbehörde: Sie habe der Familie am Freitag lediglich 45 Euro der ihr für November zustehenden 881 gegeben. „Das noch ausstehende Geld wurde am Montag von den Unterstützern abgeholt.“

Rückführung von somalischer Familie in Göttingen verhindert

Unklar sei noch der Aufenthaltsstatus der Familie. „Es ist wichtig, dass sich ihr Status schnell klärt, da die drohende Abschiebung sie seelisch und körperlich stark mitnimmt.“ Gegen die Abschiebung wurden aufgrund der gesundheitlichen Situation der Familie Rechtsmittel eingelegt.

Die Stadt Göttingen betonte, dass die Ausländerbehörde der Stadt in diesem Fall nicht zuständig ist. Der Fall liege beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge. Diese Bundesbehörde wollte sich auf Anfrage zu dem aktuellen Fall nicht äußern. Eine Sprecherin verwies darauf, dass den Betroffenen der Weg zum Verwaltungsgericht offen steht. (bsc/ysr)

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