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„Heilsame“ Rückkehr an ehemalige Schule: Rapperin Haszcara zurück in Göttingen

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Von: Per Schröter

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 Rapperin Haszcara beim Videodreh in einem Klassenzimmer.
In einem Klassenzimmer des THG drehte die in Berlin lebende Rapperin Haszcara das Musikvideo zu ihrem neuen Stück „Nicht wie du“. © Per Schröter

Die Rapperin Haszcara aus Berlin dreht ihr neues Musikvideo an ihrer ehemaligen Schule - dem Theodor-Heuss-Gymnasium in Göttingen.

Göttingen – Die in Berlin lebende Rapperin Haszcara kehrte nun in ihre Geburtsstadt zurück – nach Göttingen. Dort, an ihrer ehemaligen Schule, drehte sie das Musikvideo zu ihrem neuesten Song.

Zehn Jahre ist es her, dass die aus Göttingen stammende und in Berlin lebende Rapperin Haszcara am Göttinger Theodor-Heuss-Gymnasium (THG) ihr Abitur machte. Am Samstag (03.12.22) kehrte die 27-Jährige an ihre alte Schule zurück, um dort das Video zu ihrem neuesten Song „Nicht wie du“ aufzunehmen, der am 16. Dezember erscheinen soll.

Videodreh an Göttinger Gymnasium: Rapperin Haszcara kehrt zurück in ihre Heimatstadt Göttingen

„Es ist unglaublich krass für mich, hierher zurückzukommen“, sagt Haszcara, die ihren bürgerlichen Namen ungenannt lassen will. „Heute ist es gut, aber die Tage davor waren sehr emotional und aufwühlend“, sagt die Musikerin, die nach eigener Aussage „keine leichte Schulzeit“ hatte.

Rapperin Haszcara aus Berlin.
Trotz emotionaler Rückkehr an ihre alte Schule: Rapperin Haszcara hatte Spaß. © Per Schröter

Ein Grund dafür seien ihre südländischen Wurzeln gewesen und der damit verbundene Umstand, sich nicht zugehörig zu fühlen. „Ich habe oft zu spüren bekommen, dass ich nicht Bio-Deutsch bin“, sagt sie.

Nicht zuletzt deshalb begann Haszcara früh, sich musikalisch auszudrücken. In ihrer Kindheit und Jugend lernte sie Gitarre und Klavier und tanzte Ballett.

Mit 15 Jahren spielte sie in der Metall-Band „Stoned God“, wechselte dann aber schon bald zum Hip-Hop, weil sie dort besser ihre sehr persönlichen, aber auch gesellschaftskritischen Texte verarbeiten konnte.

Ich habe oft zu spüren bekommen, dass ich nicht Bio-Deutsch bin.

Rapperin Haszcara

Nach ihrem Abitur studierte Haszcara an der Göttinger Georg-August-Universität Kulturanthropologie, bevor es sie 2017 nach Berlin zog. „Weil das einfach eine superdiverse Stadt ist und weil es einfach guttut, dort durch nichts aufzufallen und einfach so durch die Straßen gehen zu können.“

Im selben Jahr erschien ihre Debüt-EP „Roter Riese“, auf der sie Homophobie und Sexismus kritisiert. 2018 folgte mit „Polaris“ das erste und bislang einzige Album, 2020 die zweite EP mit dem Titel „Hautnah“.

In ihrem neuen Stück „Nicht wie du“, bei dem wie immer sowohl der Text als auch die Beats von ihr stammen, geht es für sie vor allem um Vergangenheitsbewältigung. „Deshalb war es für mich auch so schön und so heilsam, die Einladung vom THG für diesen Dreh zu erhalten und die wohlwollende Stimmung hier zu spüren“, sagt Haszcara.

Videodreh von Rapperin Haszcara: Ehemalige Lehrerin verfolgt ihre Karriere via Instagram

Die Initiative dafür ging von Politiklehrerin Nina Koebernick aus, die Haszcara einst selbst noch unterrichtet hat. „Ich habe seither ihren Weg verfolgt und als ich dann bei Instagram gelesen habe, dass sie für den Videodreh ein Klassenzimmer sucht, dachte ich, dass es doch eine tolle Idee wäre, wenn sie das hier machen könnte“, sagt Koebernick.

Nachdem die Schulleitung ohne Zögern ihr Einverständnis gegeben und Koordinatorin Jaqueline Ahrend sich ebenso schnell bereit erklärt hatte, die Aktion auch vor Ort zu unterstützen, ging alles ganz schnell.

„Da war mir einfach klar, dass ich das tun muss – vor allem für mich selbst“, sagt Haszcara. „Und jetzt bin ich wirklich froh darüber, weil es sicher Schüler gibt, denen es so ähnlich geht wie mir damals und denen meine Geschichte vielleicht helfen kann.“ (per)

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