Corona-Krise

Rundgang durch Grone: Ein Göttinger Stadtteil im Ruhemodus

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Menschenleer ist der Bereich zwischen Jona-Kirche und Nachbarschaftszentrum in Grone-Süd.

Normalerweise ist bei schönem Wetter im Göttinger Stadtteil Grone einiges los. Die Corona-Krise sorgt dafür, dass die Straßen und Plätze nahezu menschenleer sind.

Die Spielplätze gehören für Mädchen und Jungen zu den wichtigen Anlaufpunkten. Besonders beliebt ist dann die Nestschaukel am Schülerstieg, mit der noch einige Tage zuvor ein Mädchen freudestrahlend spielte. Jetzt ist der Treff in Grone-Nord, wo sich Familien gern niederlassen, vollkommen verlassen und einsam. Sehr viel besser sind da die Mädchen und Jungen dran, die im eigenen Garten Schaukel, Rutsche und Sandkasten haben.

Ganz ähnlich das Bild in Grone-Süd: Normalerweise ist zwischen Nachbarschaftszentrum und Jona-Kirche immer was los. Jetzt ist der Platz fast ausgestorben. Nur vereinzelt kommen Leute vorbei.

An den Türen von Nachbarschaftszentrum und Jona-Gemeinde machen Zettel auf die Situation aufmerksam: bis auf Weiteres geschlossen. Das gilt natürlich auch für die Spielplätze inmitten der Hochhäuser.

Ein wenig Leben gibt es auf dem Parkplatz eines Supermarktes in Grone-Süd. Der Betrieb im Laden läuft. Die Bäckereifiliale am Eingang verkauft nur noch „außer Haus“. Den Kaffee kann man nicht mehr vor Ort bei einem Stück Kuchen genießen. Vor dem Laden stehen noch ein paar Grüppchen – mit maximal drei bis vier Leuten und in der Regel mit gehörigem Abstand. Polizei und Ordnungsamt sind nicht zu sehen. Sie hätten an diesem Verhalten auch nichts auszusetzen.

Auf dem Parkplatz eines Supermarktes in Grone-Süd: Hier gibt es ein wenig Leben und der Betrieb im Laden läuft. 

Einige der Einkaufswagen sind nicht mehr am Supermarkt, sondern stehen jetzt neben den Eingängen der Hochhäuser – möglicherweise waren die Waren aus dem Markt zu schwer zum Tragen.

Nahezu gespenstisch sieht es auf den Parkplätzen der vielen Hotels an der Kasseler Landstraße aus. Dort stehen in der Regel Wagen mit Kennzeichen aus ganz Deutschland. Jetzt ist gähnende Leere angesagt.

Wie aus der Zeit gefallen wirken die Plakate an den Straßenlaternen: Für die Veranstaltung „Göttingen tanzt“, die vor einer Woche stattfand, wird dort noch geworben. An Tanzveranstaltungen denkt keiner mehr.

Die Stadtbusse, die auf der wichtigen Ausfallstraße unterwegs sind, befördern kaum Passagiere. Und die, die drin sitzen, halten Abstand.

Tatort Zollstock: Inzwischen erinnern wieder eine Kerze und einige Blumen an das Verbrechen vom Herbst vergangenen Jahres. 

Ein paar Meter weiter – im Zollstock – wurden zwischenzeitlich die Blumen und die meisten Kerzen für die Opfer des schrecklichen Verbrechens vom September vergangenen Jahres abgeräumt. Inzwischen steht wieder eine erste Gedenkkerze. Es werden vermutlich wieder mehr werden, denn am Mittwoch soll der Prozess gegen den mutmaßlichen Doppelmörder beginnen – trotz Corona-Krise.

VON BERND SCHLEGEL

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