Die Saftfabrik auf dem Kirchhof

Göttingen. Für positives Aufsehen und guten Geschmack sorgte am Samstag eine Aktion der Kirchengemeinde: Vor der sanierten St. Jacobi-Kirche in der Innenstadt wurde mit der mobilen Mosterei palettenweise Apfelsaft hergestellt. Das lockte viele Schaulustige an.

Und sie blieben dann auch gerne an den von den künftigen Konfirmanden betreuten Verkaufsständen stehen. Dort gab es – natürlich – Apfelprodukte zu kaufen. Vom klassischen Apfelkuchen über den frisch gepressten Saft bis zur Marmelade und Honig aus der Streuobstwiese.

Die Jacobi-Kirchengemeinde bewirtschaftet eine wunderbar zwischen Elliehausen und Knutbühren gelegene Streuobstwiese. Dort am der sonnigen Lage wegen genannten „Sommerberg“ in einem Walddreieck wachsen auf 130 Bäumen diverse Fruchtsorte, von der Quitte, über Walnüsse bis zu Äpfeln. „Das Projekt und die Wiese wurden ja schon vom BUND preisgekrönt“, erzählt Harald Storz sichtlich stolz.

Zur Ernte waren kürzlich dort auch die Konfirmanden samt Eltern im Einsatz. 400 Kilogramm Äpfel wurden gesammelt und nach Göttingen transportiert. Die grasgrünen oder feurigroten Äpfel verschwanden am Samstag komplett im Sammelbottich des Most-Mobils von Bernd Gosch, der momentan auf Dauer-Tournee ist. Dazu kamen noch der Inhalt von gefüllten Körben und Wannen aus Privatgärten.

„Das Most-Mobil benötigt etwas 1,5 Tonnen, das ist die Mindestmenge für eine Aktion – und die haben wir erreicht“, schilderte Pastor Harald Storz. Diese 1500 Kilogramm kamen zusammen, weil auch einige Privatleute ihre Apfelernte zur Jabobi-Kirche karrten und schließlich in Form von noch warmen 5-Liter-Saft-Kanistern wieder mitnahmen. Für den Verkauf und den Transport zum Auto wiederum sorgten die fleißigen Konfirmanden samt Geschwister und Eltern.

Am Ende kamen mehr als 1300 Euro Verkaufserlös heraus. Geld, dass helfen wird, den Einbau eines Fahrstuhls im Gemeindehaus zu ermöglichen. Geld, das aber auch nach Afrika fließt, in die Partnergemeinde in Tansania.

Pastor Storz jedenfalls beobachtete am Samstag mit großer Freude den Einsatz seiner Konfirmanden sowie aller Helfer, aber auch das Interesse der vielen Menschen, die beim Einkaufsbummel vorbeischauten. „So etwas gibt es nur einmal pro Jahr in der Stadt zu sehen.“ – beim „Streuobstwiesenmarkt“ an der Jacobi-Kirche.

Von Thomas Kopietz

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