Erfolg für die Protestierenden: Uni sagt Veranstaltung mit AfD-Rednern ab

Universität Göttingen: Zentraler Campus mit verschiedenen Instituten und Veranstaltungsplatz. Links das Zentrale Hörsaalgebäude (ZHG), wo die Veranstaltung der Jungen Alternative im Hörsaal 001 stattfinden sollte. Die Uni nahm die Raumzusage zurück. Foto: Kopietz

Göttingen. Erfolg für die Protestierenden: Die politische Veranstaltung der Hochschulgruppe der Jungen Alternative (JA) Göttingen wird am Donnerstagabend nicht im Zentralen Hörsaalgebäude der Uni stattfinden.

Die Universitätsleitung hat die Raumzusage am Donnerstagnachmittag zurückgenommen. Die ursprüngliche Ankündigung und tatsächliche Ausrichtung der Veranstaltung hätten nicht übereingestimmt. „Die Raumzusage an die JA-Hochschulgruppe erfolgte demnach auf der Grundlage von Angaben, die in wesentlicher Beziehung unrichtig sind“, fasste Uni-Pressesprecher Romas Bielke die Entscheidung zusammen.

Im Internet hatte die JA die Veranstaltung mit dem Titel „Die Bedeutung der Universitäten für die Politik“ angekündigt, das war im Antrag zur Raumüberlassung auch so genannt worden. Die weiteren Informationen der JA im Internet zum Inhalt der Veranstaltung und der daraus resultierende Zweck seien aber wesentlich andere gewesen, stellte die Uni fest.

Zudem ergebe sich aus diesen Informationen und weiteren Unterlagen, dass es sich um eine „politisch-parteiische Veranstaltung“ handele. „Solche Veranstaltungen sind in den Räumen der Stiftungsuniversität stets unzulässig“, sagt Bielke. Deshalb habe die Uni nach erneuter Prüfung ihre Raumzusage an die JA zurückgenommen.

Für die Genehmigung war die Uni-Leitung von anderen Jugendorganisationen kritisiert worden, so von der Hochschulgruppe der Jusos. Sie hatten sich vor allem an den Rednern gestoßen, darunter wäre Lars Steinke, Vorsitzender der Hochschulgruppe der JA, gewesen. Steinke sei wiederholt durch rechtes Gedankengut und entsprechende Äußerungen aufgefallen, so die Jusos.

Die Uni hatte zunächst darauf verwiesen, dass die Räume der Universität grundsätzlich allen registrierten Hochschulgruppen für öffentliche Veranstaltungen zur Verfügung stehen. Auch sei die Uni nicht verantwortlich für die Inhalte der Veranstaltungen.

Die Antifaschistische Linke hatte Proteste für den Fall angekündigt, dass die Veranstaltung stattgefunden hätte. Die Aktivisten werfen auch den anderen beiden Rednern – Armin Hampel, AfD-Landesvorsitzender, und Sören Hauptstein, JA-Landesvorsitzender in Niedersachsen – eine Nähe zu rechtem Gedankengut und Neonazis vor.

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