Mit Grundkapital von 25.000 Euro selbstständig gemacht

Sandor Hahn: Vom Studenten zum Tabletten-Produzenten

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Tabletten, die man nicht mit Krankheit verbinden soll: Sandor Hahn entwickelte gemeinsam mit Freunden ein Laktase-Präparat, für das sie während ihres Studiums eine Firma gründeten. 

Göttingen. Sandor Hahn ist 24 Jahre alt und bereits Geschäftsführer seiner eigenen, kleinen Firma. Mit zusatzstofffreien Tabletten gegen Laktoseintoleranz wollte er eine Marktlücke schließen und machte sich dafür vor einem Jahr mit Freunden selbstständig.

Die Idee

Schon während ihres Studiums der Betriebwirtschaftslehre (BWL) und der Volkswirtschaftslehre (VWL) an der Universität Göttingen stellten Hahn und seine drei Freunde, die ebenfalls Mitgeschäftsführer der „better food GmbH“ sind, fest, dass ihnen die auf dem Markt vorhandenen Laktose-Tabletten nicht zusagten. Sie waren entweder zu bitter, teuer, unverträglich oder schlicht „zu medizinisch“: „Wir wollten Tabletten haben, die einem nicht das Gefühl geben, krank zu sein“, sagt Hahn. Daher beschlossen sie, sich selbstständig zu machen und ein eigenes Produkt gegen Laktoseintoleranz zu entwickeln. Sein BWL-Studium habe Hahn bei der Planung sehr geholfen, denn zentrale Inhalte seiner Ausbildung beschäftigten sich mit der Existenzgründung.

Anträge und Patente

Nachdem die Gruppe ihre Ideen gebündelt und einen Businessplan erstellt hatte, mussten sie viele Anträge stellen. „Wir brauchten eine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer, mussten ein Gewerbe anmelden und unsere Firma ins Handelregister eintragen lassen sowie ein Patent auf unsere Marke beantragen“, zählt Hahn auf.

Dafür waren ein Firmenname und auch ein Logo nötig. „Bei Laktose-Intoleranz ist Milch oder auch eine Kuh auf der Verpackung sehr naheliegend“, sagt Hahn lachend. „Aber tatsächlich haben wir sehr lange an der Form der Kuh auf unserem Logo gefeilt.“ Mit einem Grundkapital von 25 000 Euro machten sie sich dann selbstständig. Was noch nötig wurde, allerdings erst im späteren Verlauf der Existenzgründung, waren eine Pharmazentralnummer und ein Antrag beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit. „Unsere Tabletten sind nämlich ein Nahrungsergänzungsmittel“, erklärt Hahn.

Das Produkt entsteht

Viel Wert legte die junge Firma darauf, dass ihr Präparat sowohl frei von Zusatzstoffen als auch Süßungsmitteln sein sollte. „Knapp 70 Prozent der Laktose-Intoleranten haben auch eine Unverträglichkeit gegen Fruchtzucker“, so Hahn. Die ehemaligen Studenten suchten sich Firmen und Produzenten, die ihr Konzept der Laktase-Tabletten von der Webseiten-Gestaltung über die Tablette selbst bis hin zur Verpackung und zum Versand umsetzten. „Unser Produkt bewerben wir in sozialen Medien wie Facebook, der Versand erfolgt direkt über uns oder Amazon“, sagt Hahn.

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