Mieter sind wieder eingezogen

Sanierung ist abgeschlossen: 5,6 Millionen Euro für sechs Göttinger Studentenhäuser

Neuer Glanz für sechs historische Studentenhäuser an der Roten Straße und der Burgstraße in Göttingen: 5,6 Millionen Euro wurden investiert.
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Neuer Glanz für sechs historische Studentenhäuser an der Roten Straße und der Burgstraße in Göttingen: 5,6 Millionen Euro wurden investiert.

Die aufwendige und denkmalgerechte Sanierung von sechs selbstverwalteten Studentenhäusern in Göttingen, die aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts stammen, ist abgeschlossen.

Göttingen – Laut Studentenwerk wurden 5,6 Millionen Euro investiert. Das Projekt war anfangs umstritten.

Die Mieterinnen und Mieter sind inzwischen in die sechs Häuser (Rote Straße 1 bis 5 und Burgstraße 52) zurückgekehrt. Insgesamt 61 Wohnheimplätze befinden sich in den Gebäuden, die einen zusammenhängenden Wohnkomplex bilden.

Die historischen Häuser, die zwischen 1771 bis 1775 entstanden, waren ab Frühjahr 2019 in drei Bauabschnitten fach- und denkmalschutzgerecht saniert worden. Das auf historische Gebäude spezialisierte Göttinger Architekturbüro onp-Schwieger Architektur- und Ingenieurbüro hatte die Planung übernommen. Architekt Hansjochen Schwieger begleitete den Bau federführend.

„Es war eine Grundsanierung nach ökologischer Bauweise notwendig“, macht Prof. Dr. Jörg Magull, Geschäftsführer des Studentenwerks Göttingen, deutlich, „Energetisch, baukonstruktiv und baurechtlich wurde alles auf den Stand der Zeit gebracht und die historische Substanz saniert“, so Magull. So haben Treppenhäuser, Bäder, Küchen, Wohnräume und Gemeinschaftsräume eine Totalerneuerung erfahren. Heizung, Lüftung, Sanitärbereiche und die Elektroinfrastruktur wurden neu installiert.

„Notwendig wurde die Sanierung vor allem wegen Feuchteschäden, die Pilz- und Insektenbefall nach sich gezogen hatten“, erläutert Carmen Heine. Sie war beim Studentenwerk als Abteilungsleiterin Gebäudemanagement für das Projekt zuständig. „Somit mussten Schäden am tragenden Fachwerk und am Dachstuhl beseitigt werden. Darüber hinaus wurde die Außenhaut der Fassade mit einem mineralischen Wärmedämmverbundsystem erneuert und ein neues Ziegeldach mit Dämmung erstellt.“ Heine lobt die gute Zusammenarbeit mit der Bauaufsichtsbehörde, der unteren Denkmalschutzbehörde und dem Brandschutz der Stadt Göttingen.

Innen erhielten die Wände einen Lehmputz, der Feuchtigkeit aufnehmen und abgeben kann. Wo es möglich war, wurden alte Wände aus Feldsteinen, Fußbodendielen, Brüstungen, Treppenläufe und Zementfliesen erhalten, um den historischen Charakter der Häuser zu bewahren. Die Restarbeiten im Außenbereich sollen in den kommenden Wochen abgeschlossen werden. (Bernd Schlegel)

Hintergrund: Anfangs gab es viel Streit um das Projekt

Vor dem Start gab es viel Streit um das Sanierungsprojekt. Die Bewohner der Studentenhäuser hatten sich schon seit einigen Jahren eine umfassende Sanierung eingesetzt. Gleichzeitig forderten sie, dass die Mieten bezahlbar bleiben müssen.

Im Frühjahr 2019 wurde nach etwa dreijährigen und harten Verhandlungen eine Vereinbarung abgeschlossen. Grundlage ist eine spezielle Regelung: Die von den Studierenden der sechs Häuser gegründeten Vereine treten als Vertragspartner auf. Unverändert blieben die Grundbedingungen, um in den Häusern wohnen zu können: Die Gebäude werden für studentisches Wohnen genutzt. Der Studierendenstatus muss durch die Übermittlung von Immatrikulationsbescheinigungen nachgewiesen werden. (bsc)

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