Sanierung oder doch ein Neubau?

Ausschuss setzt Stopp für Stadthallensanierung durch - es wird neu beraten

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Projekt mit Ecken und Kanten: Die Sanierung der Stadthalle am Albaniplatz, die seit 2012 ein Thema in den politischen Gremien ist, wird neu beraten. Mehr noch: Ein Neubau-Konzept soll klar durchgeplant werden.

Die Planung um die Zukunft der Göttinger Stadthalle – sei es für eine wie bisher geplante Sanierung oder einen Neubau am Albaniplatz/Alternativort – muss noch einmal beraten werden.

Kein Ende der – scheinbar – unendlichen Geschichte um den „Kachelofen“: Die Planung um die Zukunft der Stadthalle – sei es eine wie bisher geplante Sanierung oder ein Neubau am Albaniplatz oder Alternativort – muss noch einmal überdacht werden.

Das ist das Ergebnis einer gemeinsamen Sitzung von Bau- und Kulturausschuss der Stadt am Donnerstagabend. Alle Fraktionen sehen einen Beratungsbedarf, auch für eine klare Kostenplanung, was einen alternativen Neubau entweder am Albaniplatz oder an der Lokhalle. Damit wird einem interfraktionellen Dringlichkeitsantrag zugestimmt. Inhalt: sofortiger Sanierungsstopp und Neukonzeption der Stadthalle.

Verwaltung verliert

Für die Stadtverwaltung ist das eine Niederlage: Sie war gegen die Annahme des Dringlichkeitsantrages, wollte die Sanierung unbedingtdurchziehen und letztlich die Planungs- und Bauprogramme fortführen. Über die Finanzierung sollte später entschieden werden.

Für den Erhalt der Stadthalle und die 29,5 Millionen Euro teure Sanierung am Ort hatten die Dezernenten Thomas Dienberg (Bau) und Petra Broistedt (Soziales und Kultur) in einer Pressekonferenz vorab geworben – ebenso vor den Ausschussmitgliedern.

Neubau

Sie führten vor allem die – laut Verwaltung – deutlich höheren Kosten für einen Neubau – auf 60 Millionen Euro beläuft sich mittlerweile die – allerdings wage – Kostenschätzung –, weitere Verzögerungen und einen Verlust der Attraktivität Göttingens als Veranstaltungsort an.

Grüne und Finanzen

Das half aber nicht. Die Grünen führten vor allem die finanziellen Belastungen und Unklarheiten als Grund für notwendige weitere Beratungen an, die CDU den gesamten Prozess mit gewollten oder ungewollten Planungslücken, wie Olaf Feuerstein süffisant anmerkte..

SPD: Beratungsbedarf

Die FDP freute sich in Person von Felicitas Oldenburg darüber, dass nun auch die Sozialdemokraten einen Beratungsbedarf sehen. Deren Sprecher Thomas Wedrins aber sagte, dass es letztlich für die SPD um ein Bekenntnis zum Standort geht, man gleichwohl aber die finanziellen Belastungen – wie die Grünen – im Blick habe und deshalb durchaus weitere Informationen wünsche. Wedrins betonte die Bedeutung der Stadthalle als Veranstaltungsort auch für überregionale Künstler wie Urban Priohl oder Jürgen von der Lippe. Sie müssten auch weiter regelmäßig hier auftreten.

Für GSO und Händel

Dafür fing er sich einen Rüffel von Felicitas Oldenburg ein: Es gehe zuallererst darum den örtlichen Kulturschaffenen einen Platz zu geben, das sind vor allem die Händel-Festspiele, das Symphonie-Orchester und die vielen Gruppen aus der Region.

Dienberg für Albaniplatz

Für Bau-Dezernent Thomas Dienberg jedenfalls gibt es keine Alternative zum Standort Albaniplatz: Der sei absolut auch heute noch „zeitgemäß und absolut geeignet“, sagte er auf HNA-Nachfrage.

Kernsanierung mit Neubauteilen

In einem Papier hat die Verwaltung auch noch angeführt, dass ein Erhalt der Halle samt „Kernsanierung mit Neubauteilen“, wie es jetzt heißt, ressourcensparend sei. Alte Betonfundamente blieben erhalten, der „energieträchtige Baustoff Beton“ müsse nicht abgebrochen, abtransportiert und erneuert werden.

Zeitfaktor

Ein Neubau ist laut Verwaltung zeitlich nicht machbar, die Halle bliebe zu lange dicht: sieben Jahre dauere ein Neubauprojekt. Ob es schneller sein könne, wie es andernorts schon geschafft worden ist, das konnte Dienberg nicht bestätigen.

Stadt muss liefern

Diese Argumente zogen alle nicht. Die Ausschussmitglieder fordern nun vor allem klare Zahlen – auch für einen Neubau, vor Ort oder an der Lokhalle. Übrigens: Dort hatte der damalige GWG-Geschäftsführer Klaus Hoffmann schon 2012 Pläne für einen Anbau an der Westseite vorgelegt. Sie wurden verworfen. Nun gibt es auch Möglichkeiten für einen Bau im Süden und Norden.

Auf der Verwaltungsbank im Ratssaal jedenfalls nahm man die gemeinsame Ausschuss-Entscheidung mit Stirnrunzeln zur Kenntnis. Auch, weil nun wieder jede Menge Arbeit drohen könnte.

tko

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