Hauptversammlung des Göttinger Unternehmens

Sartorius setzt zum nächsten Sprung an und Lob für die Unternehmensspitze

Gut besucht: Die Hauptversammlung der Göttinger Sartorius AG am Donnerstag in der Lokhalle. Vorstandsvorsitzender Dr. Joachim Kreuzburg berichtete über die Jahreszahlen 2017 und kündigte eine Fortsetzung der ambitionierten Ziele bis 2025 an. Foto: Jelinek

Göttingen. 400 Anteilseigner kamen zur Hauptversammlung der Sartorius AG in die Lokhalle. Das Unternehmen will weiter zulegen und 2018 etwa 1000 Mitarbeiter einstellen.

Starke Adjektive wie „sehr robust“, „überragend“ und „erfreulich“ sowie die positiv-besetzte Firmen-Farbe Orange sorgten gestern für eine gute Stimmung der Sartorius-Aktionäre bei der Hauptversammlung in der Lokhalle. Das passte, denn die Sartorianer wollen, basierend auf erneut starken 2017er-Zahlen, bis 2025 Dampf machen und den Umsatz von geplanten zwei Milliarden in 2020 auf dann vier Milliarden Euro schrauben.

Kreuzburg: Realistische Ziele

Und das, obwohl die Ziele der „Agenda 2020“schon ambitioniert sind, einen Umsatzsprung von 2011 bis 2020 von 650 Millionen Euro auf zwei Milliarden vorsieht. Für Vorstandschef Dr. Joachim Kreuzburg sind diese Vorgaben zwar „sportlich, aber realistisch, weil am unteren Ende eines erreichbaren Korridors“ angesiedelt. Sartorius werde weiter wachsen, sagte Kreuzburg vor mehr als 400 Aktionären im Industriedenkmal Lokhalle und ohne einen jeglichen Anflug von Arroganz.

Gründe für Höhenflug

Er nannte die Gründe für den Höhenflug von Sartorius und die prima Zukunftsaussichten, die auch von den Vertretern der Anlegerverbände uneingeschränkt geteilt wurden: Der Bio-Medizin-Markt, auf dem Sartorius den Kunden alles von Entwicklung bis Produktion bietet, sei ein Wachstumstreiber.

Mehr Geld für Bio-Medizin

Vor allem, weil stetig mehr Menschen weltweit älter werden, der Medikamentenbedarf steigt und über den wachsenden Wohlstand sich mehr Menschen Medizin leisten können – vor allem in den bevölkerungsreichsten Ländern der Erde Indien und China. Apropos China: Der Markt gewinnt für Sartorius stärker an Bedeutung, ebenso in den USA, wo Sartorius seinen Marktanteil ausbauen wird.

Keine Angst vor Handelskrieg

Auswirkungen eines Handelskrieges fürchtet man bei den Göttingern nicht, „weil wir vor Ort produzieren“ und der Bio-Pharma-Markt nicht so anfällig ist wie Metallmärkte oder andere. Insgesamt setzen die Göttinger weltweit auf einen Region-Mix: Den Umsatz sollen die Zonen Europa, Amerika und Asien zu etwa gleichen Anteilen einspielen.

Außerdem sollen gezielte Zukäufe innovativer Unternehmen einen veritablen Teil zum Wachstum beitragen. Dabei werde man aber vorsichtig agieren, auch, weil laut Kreuzburg „zurzeit teils sportliche Preise verlangt werden“.

Oelkers neuer Aufsichtsrat

Für ihn und die Mitglieder in Vorstand und Aufsichtsrat, in dem Guido Oelkers für den verstorbenen Arnold Picot nachrückte, gab es von Rednern – Aktionären wie Experten – Lob. Fazit: Sartorius sei ein „Vorzeigeunternehmen“.

Kritik an Dividende

Aber: Die Dividende (plus fünf Cent auf 0,50 und 0,51 Cent je Aktie) sowie die Ausschüttungsquote (24 Prozent) könnten bei einem solch profitablen Unternehmen durchaus höher ausfallen, monierten einige.

Für Zufriedenheit sorgte die Ankündigung, dass 2018 weltweit 1000 Mitarbeiter – ebenso viele wie 2017 – zu den 7500 hinzukommen sollen. Davon profitiert auch der mit Neubauten massiv aufgerüstete Stammsitz Göttingen, wo 2400 Menschen arbeiten.

Hohe Investitionen

Dort investiert Sartorius also kräftig in Steine und Beine: Für die Infrastruktur mit neuen Gebäuden und Fertigungshallen werden 500 Millionen Euro investiert.

Auch in Puerto Rico wird das Sartorius-Werk für 92 Millionen Euro ausgebaut, die Produktionskapazität verdoppelt, auch, um das starke Wachstum in der Bioprocess Solutions-Sparte zu fördern. Dabei geht es um die Entwicklung und Erzeugung von Bio-Medikamenten. Dafür bietet Sartorius von Einmal-Produkten, über Herstellungsprozesse bis zu Geräten und Know-How die gesamte Palette an.

Die mit den Investitionen verbundene höhere Verschuldung wird von Aktionären und Experten hingenommen: Der Konzern sei gesund und profitabel und habe eine vielversprechende Zukunftsausrichtung.

Mehr Aktien?

Vorstandsvorsitzender Kreuzburg schließt auch eine Erhöhung der Aktienzahl von aktuell 74,9 Millionen Euro (Wert etwa neun Milliarden Euro), zur Finanzierung von Investitionen und Zukäufen nicht aus.

Aktie ist ein Renner

Positiv wird Sartorius auch auf dem Aktienmarkt bewertet. Die Aktie verzeichnet seit 2011 einen stetigen und starken Aufwärtstrend, wer 2012 für etwa 15 Euro kaufte hat heute je Aktie den fünffachen Wert im Depot. Am Donnerstag legte die Vorzugsaktie um knapp vier Prozent zu. Gute Stimmung also im Sartorius-Umfeld und bei den Anlegern. Alles orange, sozusagen.

Sartorius-Hauptversammlung: Lob für Unternehmensspitze

Hauptversammlung der Sartorius AG
400 Anteilseigner kamen zur Hauptversammlung der Sartorius AG in die Lokhalle. Das Unternehmen will weiter zulegen und 2018 etwa 1000 Mitarbeiter einstellen. © Jelinek
Hauptversammlung der Sartorius AG
400 Anteilseigner kamen zur Hauptversammlung der Sartorius AG in die Lokhalle. Das Unternehmen will weiter zulegen und 2018 etwa 1000 Mitarbeiter einstellen. © Jelinek
Hauptversammlung der Sartorius AG
400 Anteilseigner kamen zur Hauptversammlung der Sartorius AG in die Lokhalle. Das Unternehmen will weiter zulegen und 2018 etwa 1000 Mitarbeiter einstellen. © Jelinek
Hauptversammlung der Sartorius AG
400 Anteilseigner kamen zur Hauptversammlung der Sartorius AG in die Lokhalle. Das Unternehmen will weiter zulegen und 2018 etwa 1000 Mitarbeiter einstellen. © Jelinek
Hauptversammlung der Sartorius AG
400 Anteilseigner kamen zur Hauptversammlung der Sartorius AG in die Lokhalle. Das Unternehmen will weiter zulegen und 2018 etwa 1000 Mitarbeiter einstellen. © Jelinek
Hauptversammlung der Sartorius AG
400 Anteilseigner kamen zur Hauptversammlung der Sartorius AG in die Lokhalle. Das Unternehmen will weiter zulegen und 2018 etwa 1000 Mitarbeiter einstellen. © Jelinek
Hauptversammlung der Sartorius AG
400 Anteilseigner kamen zur Hauptversammlung der Sartorius AG in die Lokhalle. Das Unternehmen will weiter zulegen und 2018 etwa 1000 Mitarbeiter einstellen. © Jelinek
Hauptversammlung der Sartorius AG
400 Anteilseigner kamen zur Hauptversammlung der Sartorius AG in die Lokhalle. Das Unternehmen will weiter zulegen und 2018 etwa 1000 Mitarbeiter einstellen. © Jelinek
Hauptversammlung der Sartorius AG
400 Anteilseigner kamen zur Hauptversammlung der Sartorius AG in die Lokhalle. Das Unternehmen will weiter zulegen und 2018 etwa 1000 Mitarbeiter einstellen. © Jelinek
Hauptversammlung der Sartorius AG
400 Anteilseigner kamen zur Hauptversammlung der Sartorius AG in die Lokhalle. Das Unternehmen will weiter zulegen und 2018 etwa 1000 Mitarbeiter einstellen. © Jelinek
Hauptversammlung der Sartorius AG
400 Anteilseigner kamen zur Hauptversammlung der Sartorius AG in die Lokhalle. Das Unternehmen will weiter zulegen und 2018 etwa 1000 Mitarbeiter einstellen. © Jelinek
Hauptversammlung der Sartorius AG
400 Anteilseigner kamen zur Hauptversammlung der Sartorius AG in die Lokhalle. Das Unternehmen will weiter zulegen und 2018 etwa 1000 Mitarbeiter einstellen. © Jelinek
Hauptversammlung der Sartorius AG
400 Anteilseigner kamen zur Hauptversammlung der Sartorius AG in die Lokhalle. Das Unternehmen will weiter zulegen und 2018 etwa 1000 Mitarbeiter einstellen. © Jelinek
Hauptversammlung der Sartorius AG
400 Anteilseigner kamen zur Hauptversammlung der Sartorius AG in die Lokhalle. Das Unternehmen will weiter zulegen und 2018 etwa 1000 Mitarbeiter einstellen. © Jelinek

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