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Halbjahresbilanz Sartorius: Hohe Auftragseingänge und Umsätze – Aktie macht Satz nach oben

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Von: Thomas Kopietz

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Der Göttinger Dax-Konzern Sartorius präsentiert seine Halbjahresbilanz. Hohe Auftragseingänge und Umsätze bestätigen die Top-Jahresprognose.

Göttingen – Erneut hat der Life-Science-Konzern Sartorius AG aus Göttingen starke Zahlen vorgelegt: Im ersten Halbjahr 2022 stiegen Umsatz und Ertrag zweistellig, der Umsatz wechselkursbereinigt um 20,9 Prozent auf 2,06 Milliarden Euro, das operative Ergebnis EBITDA um 25,6 Prozent auf 697 Millionen Euro.

Der maßgebliche Konzernnettogewinn lag bei 334 Millionen Euro, das sind 28,6 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2021. Der Kurs der Aktie reagierte prompt, machte nach Eröffnung der Börse am Donnerstag (21.07.2022) bis um 11 Uhr einen Satz von 366 auf 393 Euro.

Sartorius präsentiert Halbjahresbilanz: Hohe Auftragseingänge und Umsätze

Wird weiter ausgebaut: Zurzeit entstehen weitere Produktionsgebäude auf dem Campus der Sartorius AG im Göttinger Industriegebiet. Der Konzern legte starke Halbjahreszahlen für 2022 vor und hat erneut 2000 Mitarbeiter eingestellt.
Wird weiter ausgebaut: Zurzeit entstehen weitere Produktionsgebäude auf dem Campus der Sartorius AG im Göttinger Industriegebiet. Der Konzern legte starke Halbjahreszahlen für 2022 vor und hat erneut 2000 Mitarbeiter eingestellt. © Hubert Jelinek

„Sartorius hat sich in einem herausfordernden Umfeld im ersten Halbjahr gut entwickelt. Es war ein gutes erstes Halbjahr“, fasste der Vorstandsvorsitzende Dr. Joachim Kreuzburg am Donnerstagmorgen in einer Pressekonferenz zusammen.

Sartorius hat sich in einem herausfordernden Umfeld im ersten Halbjahr gut entwickelt. Es war ein gutes erstes Halbjahr.

Dr. Joachim Kreuzburg, Vorstandsvorsitzende Sartorius

Haupttreiber der starken Entwicklung ist eine gute Auftragslage mit einem Volumen von 2,17 Milliarden Euro und sind organische Zuwächse sowohl in der Labor- als auch in der Bioprozesssparte, während Akquisitionen, also Zukäufe von Unternehmen – es gab zwei im ersten Halbjahr – knapp 2 Prozentpunkte zum Umsatzanstieg beisteuerten.

Positiv auch: Das Wachstum war in allen drei Geschäftsregionen – erweitertes Europa, Amerika und Asien/Pazifik – prozentual zweistellig. Die pandemiebedingten Beschränkungen in China hatten einen „relativ geringen Einfluss auf das Wachstum“. Ebenso wenig negative Währungseinflüsse.

Göttinger Dax-Konzern Sartorius: Aktie macht Satz nach oben

Damit ist die im Dax notierte Sartorius AG weiter auf Kurs der angepeilten Jahresgeschäftszahlen. Kreuzburg bestätigte den vor Jahresfrist genannten Ausblick für 2022 mit einem Umsatzanstieg von 15 bis 19 Prozent und eine EBITDA-Marge von rund 34 Prozent. Eingrenzen wollte er besonders beim Umsatz diese Prognose aber nicht.

Dagegen sprechen aus dessen Sicht auch die weiter bestehenden großen Unsicherheiten – basierend auf der kritischen politischen und wirtschaftlichen Weltlage, der Energieversorgung und generell Materialverfügbarkeit- und Lieferkettenproblemen.

Davon sei Sartorius betroffen, wenn auch längst nicht so stark wie andere Branchen, skizzierte Kreuzburg, der seine „Teams“ lobte, die weltweit extrem viel getan hätten, um auch die Lieferketten am Laufen zu halten.

Life-Science-Konzern Sartorius: Top-Jahresprognose für 2022 bleibt bestehen

Unsicherheitsfaktor ist auch die Energieversorgung. Auch dort hat Sartorius laut Kreuzburg früh versucht, eine größere Unabhängigkeit zum Erdgas zu erreichen – so verfügt der Campus Göttingen über Doppelbrenner, die mit Gas und Öl betrieben werden können.

Damit wird auch Dampf erzeugt, der für die Produktion teilweise notwendig ist. Der Ausbau mit Gas-/Öl-Brennern sei noch verhältnismäßig günstig gelaufen, „weil wir früh dran waren“, sagte Joachim Kreuzburg, der auch einen, wenn auch marginalen, Minuspunkt nannte.

Sartorius-CEO: Dr. Joachim Kreuzburg.
Sartorius-CEO: Dr. Joachim Kreuzburg. © Sartorius/nH

Die Auftragseingänge haben sich besonders in der stärkeren Sparte Bioprozess Solutions „normalisiert“, wie Kreuzburg sagte. Grund: Im Vergleichszeitraum 2021 bestellten die Sartorius-Kunden teils über den Bedarf hinaus – auch aufgrund der Corona-Impfstoffproduktion. So sei eine Normalisierung zu erwarten gewesen.

Mitarbeiterzahl der Sartorius AG steigt auf 15.795 – circa 2000 neue Stellen seit Jahresbeginn

Joachim Kreuzburg erwähnt in den Pressekonferenzen stets auch die Entwicklung der Mitarbeiterzahl – nicht ohne Stolz: Nach 4000 neuen Mitarbeitern im Vorjahr, hat Sartorius im ersten Halbjahr gut 2000 neue Stellen geschaffen, gibt die Gesamtzahl nun mit 15.795 an.

„Wir sind bilanziell und finanziell weiter sehr solide aufgestellt“, bilanziert Kreuzburg – auch mit Blick auf die um gut fünf Prozent Eigenkapitalquote von 35,9 Prozent. Ein Wert, den Analysten, bei Sartorius in den vergangenen Jahren gerne einmal kritisiert hatten. (tko)

Schon im April 2022 konnte das niedersächsische Pharma-Unternehmen Sartorius gute Geschäftszahlen für das erste Quartal 2022 präsentieren. Sartorius stellt 1,3 Millionen Euro für Biotop-Projekt in Kiessee-Nähe zur Verfügung.

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