Börsenwert verdoppelt

Hauptversammlung in Göttingen: Sartorius im Höhenflug

Auftakt zur Hauptversammlung in der Lokhalle: Dabei will die Göttinger Sartorius AG auch einen Ausblick auf das aktuelle Geschäftsentwicklung machen. Foto: Kopietz

Göttingen. Die Sartorius AG hat bei ihrer Hauptversammlung große Erfolge verkündet. Der Göttinger Konzern verdoppelt seinen Börsenwert und ist nah dran am Zukunftsmarkt Bio-Pharmaka.

Die Atmosphäre

Aktualisiert am Freitag um 10.10 Uhr

Kritische Fragen, hitzige Debatten oder sogar wie bei der Daimler-Hauptversammlung geschehen handfeste Streitereien um die Würstchen am Büffett gibt es bei der Sartorius-Hauptversammlung nicht. Beeindruckend, auch für Börsen-Insider, sind neben beschriebener Atmosphäre sowohl der freie Vortrag des Vorstandsvorsitzenden Dr. Joachim Kreuzburg als auch die präsentierten Zahlen und Pläne. Sartorius hat seinen Börsenwert 2015 verdoppelt auf 5,8 Milliarden Euro.

Satter Schnitt für Anleger

Wer 2006 eine Stammaktie für rund 30 Euro kaufte, der hat einen atemberaubenden Schnitt gemacht: Donnerstagmittag dotierte die Aktie nach einem satten Plus von neun Euro bei stattlichen 279 Euro. Ein Wert, der der Konzernführung nicht so ganz recht ist.

Aus einer Aktie werden vier

Deshalb greift Sartorius zu einem probaten und von den Aktionären abgesegneten Mittel, dem Aktiensplitting: Aus einer Aktie werden vier. Der Wert bleibt erhalten, teilt sich nur. "Wir wollen runter von dem doch kräftig dreistelligen Kurs und so attraktiver für Kleinanleger werden", sagt Joachim Kreuzburg und hat im Hinterkopf, damit den wichtigen Handel anzuregen.

Dividende legt zu

Zufrieden sind die Aktionäre auch mit der Dividende: Dem Kurs-Plus von 62,5 Prozent in 2015 folgte eine Dividenden-Erhöhung von 42 Prozent von 1,06 auf 1,50 Euro (Stammaktie) und 1,08 auf 1,52 Euro (Vorzugsaktie). Die Aktionärsvertreter wie Christian Rettkowski wünschen sich zwar eine höhere Dividendenausschüttung von etwa 40 bis 60 Prozent der Gewinns, zollen dem Vorstand aber Respekt, für eine "hervorragende Arbeit machen Sie so weiter."

Boom-Markt Bio-Pharmaka

Nur so weitermachen aber wollen die Sartorianer nicht: Denn der Fuß steht auch in der Tür zum profitablen Zukunftsmarkt Bio-Medikamente. Hier laufen bei sieben von zehn Top-Mitteln die Patente aus. Hersteller präparieren sich, Alternativmedikamente zu produzieren, und Sartorius als Labor- und Zubehörausstatter steht bereit. Bis 2020 wird sich der Markt vervierfachen.

Ehrgeizige Ziele

Bis dahin investiert Sartorius: In Göttingen und am Welt-Hot-Spot für Bio-Process in Boston, wo die Göttinger aktiv sind. Zukäufe von wachsenden Unternehmen sollen helfen, das ehrgeizige Ziel zwei Milliarden Umsatz bis 2020 zu erreichen. Darunter sollen Substanz und Mitarbeiter nicht leiden. Der Sartorius-Höhenflug geht weiter. In der Lokhalle werden wohl auch in den nächsten Jahren Erfolge verkündet. Die BG-Basketballer träumen gegenwärtig davon, sie spielen gegen den Abstieg. Ganz anders als Trikot-Sponsor Sartorius.

Hintergrund: Ein Global-Player aus Göttingen

Die Sartorius-AG beschäftigt weltweit fast 7000 Mitarbeiter, allein 1100 kamen 2015 hinzu, das waren 570 neue Stellen. Die 2012 formulierten Ziele hat das Unternehmen jetzt noch einmal korrigiert: Bei erwarteten zwei Milliarden Umsatz 2015 wurde erstmals die Milliarden-Schwelle übersprungen (1,15 Milliarden Euro) wird 2020 eine Gewinnmarge von etwa 26 bis 27 Prozent erwartet. Drei Viertel des Umsatzes sollen aus dem organischen Wachstum von Produktion/ Verkauf kommen, ein Viertel sollen Firmen erwirtschaften, die Sartorius kaufen wird. Der Konzern mit Standorten in 110 Ländern hat zwei Sparten: Laborprodukte und -Service sowie Bio-Process.

 

Lesen Sie auch:

- Super-Jahr für Sartorius: Anleger erhalten deutlich mehr Dividende

- Sartorius in Göttingen stockt Grundkapital kräftig auf: Aktionäre profitieren

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.