Sartorius investiert weiter in Steine, Beine und Unternehmen

In vielen Bereichen Marktführer: Dr. Joachim Kreuzburg, Vorstandsvorsitzender der Sartorius AG, bei der Bilanz-Pressekonferenz. Foto: Jelinek

Göttingen. 2016 war für die Göttinger Sartorius AG ein Sahne-Jahr. Unter dem Strich stand eine Steigerung des operativen Gewinns um 23,6 Prozent auf 325,4 Millionen Euro. Der Umsatz kletterte um 18 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro.

Deshalb hat Sartorius auch mehr Geld in die Hand genommen, Investitionen vorgezogen. Und: Das Investitionsprogramm soll beschleunigt werden. Bereits 2016 hatte Sartorius die Investitionen von 113,1 Millionen Euro im Vorjahr auf 152,1 Millionen Euro geschraubt.

„Es war erneut ein sehr erfolgreiches Jahr“, sagte Vorstandsvorsitzender Joachim Kreuzburg bei der Bilanzpressekonferenz am Donnerstag, als die amtlichen Jahresergebnis vorgestellt wurden.

Kreuzburg indes dämpfte auch die Erwartungen, die bei Aktionären aufgrund der ganz starken Jahre 2015/16 schon über die von den Unternehmensverantwortlichen gewünschte Höhe der Messlatte gestiegen waren. Die vergangenen beiden Jahre seien nicht als normal anzusehen und auf die Zukunft zu projizieren. Sartorius hatte zum Teil sogar die eigenen Prognosen übertroffen.

So hatte der Konzern bereits bei der Bekanntgabe der vorläufigen Zahlen für 2016 die Prognose für 2017 leicht nach unten korrigiert und einen Korridor beim Umsatzplus für 2017 von acht bis zwölf Prozent genannt. Eine Diskrepanz zum Umsatzsprung von 18,2 Prozent im Geschäftsjahr 2016.

Zu sehen ist die Entwicklung von Sartorius am bald zusammengefügten – das „Stammwerk“ an der Wender Landstraße wird geräumt – Firmensitz in Göttingen: Eine neue Produktionshalle ist am Campus bereits in Betrieb, weitere Funktionsgebäude sind in Bau, ein Loch klafft dort, wo zügig ein neuer Block für Verwaltung und Marketing entstehen soll.

Ausgebaut, genauer verdoppelt, wurde 2016 auch die Produktionskapazität im englischen Stonehouse. Dort arbeiten nun 110 Sartorianer.

Neue oder erweiterte Laborstandorte für Biopharma-Dienstleistungen gibt es seit 2016 auch im schottischen Glasgow, in Boston (USA) und in Shanghai.

Baustart für ein neues Filter-Werk am Standort Puerto Rico für den amerikanischen Markt war ebenfalls 2016. Ab 2018 kann hier die Produktion verdoppelt werden. 450 Mitarbeiter sollen dort einen Platz finden. Diese Investition wurde vorgezogen.

Das Unternehmen beschäftigt mittlerweile weltweit an 50 Produktions- und Vertriebsorten mehr als 6900 Menschen. Allein 730 neue Stellen kamen 2016 hinzu.

Und Sartorius hat wieder – meist kleine – Unternehmen dazu gekauft. Nicht, um Konkurrenten zu schlucken, sondern um das eigene Angebot durch „zu uns passende, sehr innovative Unternehmen“ auszubauen, wie Joachim Kreuzburg sagt. Seit 2011 liegen neun Unternehmen im Einkaufskorb. Ohne dem Kaufrausch zu unterliegen, sollen mit Augenmaß ausgewählte Firmen hinzukommen.

Der Vorstandschef freut sich auch über die Zusammensetzung der Belegschaft. 25 Prozent arbeiten mehr als 25 Jahre für Sartorius, 50 Prozent weniger als fünf Jahre. „Das steht für viel Erfahrung, Herzblut und Verbundenheit auf der einen, für junge und frische Ideen auf der anderen Seite.“ (tko)

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