Göttinger Konzern beschleunigt damit Bio-Arzneimittelforschung

Sartorius kauft in USA ein Unternehmen für eigene Labor-Sparte ein

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Arbeit im Zell-Analyse-Labor: Sartorius stärkt diese Sparte, um die Entwicklung von Bio-Medikamenten zu beschleunigen. Deshalb wurde das US-Unternehmen EssenBioScience in Michigan gekauft. 

Göttingen. Sartorius ist weiter auf – gezielter – Einkaufstour: Der Göttinger Bio-Pharma-Konzern kauft das US-Unternehmen „Essen BioScience Inc.“.

Sartorius nennt einen Preis von 320 Millionen US-Dollar (305 Millionen Euro) für das Unternehmen, in dem 150 Mitarbeiter beschäftigt sind. 

Bei "Essen BioScience", das in Ann Arbor im Bundesstaat Michigan seinen Sitz hat, handelt es sich um ein gesundes, mittelständisches Unternehmen, was ein Blick auf die Zahlen zeigt: Laut Sartorius erwartet man einen Jahresumsatz von 60 Millionen US-Dollar (57 Millionen Euro) und eine deutlich zweistellige Gewinnmarge. Sartorius wird deshalb die Finanzziele für 2017 – für die Sparte Laborprodukte und Dienstleistungen – nach Ende der Transaktion vermutlich Ende des ersten Quartals nach oben korrigieren.

„Zweigstellen“ hat das Unternehmen auch in Großbritannien und Japan

Unterwegs ist Essen BioScience im Bereich Bioanalytik. Es vermarktet neue, kamerabasierte Zellanalytik-Systeme für die Arzneimittelforschung. Instrumente, Software helfen mittels hochaufgelöster Bilder biologische Prozesse in Echtzeit zu zeigen und vollautomatisch zu analysieren. So können auch Wirkmechanismen in kranken und gesunden Zellen erkannt und neu interpretiert werden. So kann vor allem die Entwicklung neuer Wirkstoffe verkürzt werden, könnten neue Medikamente also auch schneller auf den Markt kommen.

Damit baut der Sartorius-Konzern den Bereich „deutlich aus“, auch, weil man im Vorjahr mit dem Kauf von „IntelliCyt“, ein Spezialist für Zell-Screening“ in dieses Wachstumsfeld vorgedrungen war. „Durch die Akquisition von Essen BioScience erweitern wir das Portfolio unserer Laborsparte um eine weitere, leistungsstarke, einzigartige Technologie für eine schnellere Arzneimittelforschung“, fasst Vorstandsvorsitzender Dr. Joachim Kreuzburg zusammen.

Leistungsfähigere Verfahren für die Analyse von Zellen gelten als wichtige Voraussetzung für einen medizinischen Fortschritt, so auf den Gebieten Immun-Onkologie sowie Antikörper- und Stammzellforschung. Die System von Essen BioScience ergänze sich hervorragend mit den IntelliCyt-Geräten. „Wir bieten damit das breiteste und innovativste Zellanalytik-Portfolio der Branche“, so Kreuzburg.

Aktie reagiert positiv

Die Sartorius-Vorzugsaktie reagierte, legte im Tec-Dax am Freitagvormittag nach schwächerem Start um 40 Cent auf 71 Euro zu und hat damit seit Anfang Februar gut fünf Euro gewonnen. 

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