Quartalszahlen: Umsatzplus von 61,6 Prozent

Göttinger Sartorius Konzern profitiert stark von Pandemie

Stark im Wind: Fahnen mit dem Schriftzug des Unternehmens wehen auf dem Campus der Sartorius AG am Stammsitz in Göttingen.
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Stark im Wind: Die Sartorius AG meldet erneut ganz starke Quartalszahlen, profitiert weiter von der Corona-Pandemie und Kunden, die an Entwicklung und Herstellung von Corona-Impfstoffen und -Tests arbeiten.

Die Zahlen der Sartorius AG 2020 waren beeindruckend: Nun legt der Konzern eine Schippe drauf und einen „außerordentlich kraftvollen“ Start in das Geschäftsjahr 2021 hin.

Göttingen - Sartorius ein Umsatzplus im Vergleich zum – allerdings relativ schwachen – Vorjahreszeitraum von 61,6 Prozent auf 791 Millionen Euro und profitiert damit weiter von der den Auswirkungen der Corona-Pandemie und weltweiten Anstrengungen der Impfstoff- und Medikamente-Entwickler sowie der Produzenten, die meist Kunden von Sartorius sind. 20 Prozent des Umsatzwachstums sind deshalb nach Aussage der Firmenleitung im ersten Quartal durch die Pandemie beeinflusst worden – aber positiv.

Die Auftragseingänge bleiben ebenfalls auf einem sehr hohen Niveau, wuchsen um 89,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum – auf 1,14 Milliarden Euro.

Die Worte zur Begründung der starken Quartalszahlen, die Vorstandsvorsitzender Dr. Joachim Kreuzburg liefert, sind fast identisch mit denen aus vorherigen Quartalen: „Viele unserer Produkte spielen bei der Bewältigung der Pandemie eine wichtige Rolle. Dementsprechend haben wir im ersten Quartal zusätzlich zu einer sehr positiven allgemeinen Geschäftsentwicklung eine starke Nachfrage nach Technologien zur Entwicklung und Produktion von Impfstoffen sowie für Coronatests verzeichnet und einen deutlichen Umsatzsprung erzielt.“

Dass der Gewinn – 264 Millionen Euro nach im Vorjahr 138 Millionen Euro – sowie die operative EBITDA-Gewinnmarge, die 33,3 Prozent beträgt, liege zum Teil auch an den Folgen der Pandemie, wie Kreuzburg erklärt: So hätten sich die Kosten unterproportional entwickelt. Sprich: Sartorius hat durch die stark heruntergefahrenen Geschäftsreisen, aber auch durch weniger Neueinstellungen von Mitarbeitern in Nicht-Produktionsbereichen Geld gespart.

Das werde sich aber wohl im Laufe des Jahres ändern, denn Sartorius baut Produktionsstätten aus – diese Projekte laufen laut Kreuzburg in allen Regionen wie geplant – und wird so zwangsläufig weiter Mitarbeiter einstellen. Die Expansion in der Produktion sei notwendig. „In vielen Bereichen arbeiten wir an unserer Kapazitätsgrenze und treiben deshalb den Ausbau unserer Produktionsstätten und die Einstellung zusätzlicher Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weiter mit Hochdruck voran.“

2021 hat Sartorius 640 neue Arbeitsplätze beschaffen, beschäftigt nun rund 11 300 Mitarbeiter.

Erfreulich auch: Die Zuwächse wurden von beiden Sparten – Bioprocess Solutions und Lab Products & Services“ eingespielt. Die Pandemie spielte auch beim Ergebnis der Laborsparte eine Rolle: Das organische Wachstum von gut 39 Prozentpunkten wurde zu neun Prozent durch die hohe Nachfrage nach Komponenten für Tests auf das Coronavirus beeinflusst.

Aufgrund dieser Zahlen bestätigt die Unternehmensleitung ihre Wachstumsprognose für das Geschäftsjahr 2021, die Mitte März aufgrund eines sehr starken Auftragseingangs und einer auch für den weiteren Jahresverlauf erwarteten hohen Nachfrage erhöht worden war. Ziel ist somit ein Umsatzwachstum von rund 35 Prozent sowie einer operativen EBITDA1-Marge von etwa 32 Prozent ausgegangen.

Der Kurs der ohnehin glänzend liefernden Aktie reagierte: Am Morgen ging es um gut fünf Euro von 466 auf 471 Euro nach oben – bis zum Nachmittag Anleger scheinbar Gewinne aus Verkäufen abgeschöpften, die Aktie so auf unter 450 Euro rutschte.  (Thomas Kopietz)

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