Sartorius stärkt Zentrale: Göttingen profitiert von Expansionskurs

Sartorius-Gebäude-Puzzle: Konzernzentrale der Sartorius AG, der Sartorius Campus im Industriegebiet Grone. Das sind die Bauvorhaben bis 2020. Das zehn Millionen Euro teure Parkhaus (unten) ist fertig. Foto:/Grafik Sartorius, Repro Kopietz

Göttingen. Kein Standort auf der Welt, wo die börsennotierte Sartorius AG vertreten ist, wird so stark vom Expansionskurs bis 2020 profitieren wie Göttingen.

Hier werden 500 Millionen Euro in das Programm „Sartorius 2020“ investiert. Und das ist bereits deutlich zu sehen: Baukräne stehen an verschiedenen Stellen auf dem Firmengelände Sartorius-Campus im Industriegebiet. „Wir werden aber nicht nur in Steine, Beton und Glas investieren“, erklärt Kreuzburg. Hochwertige Maschinen und neue Informationstechnologien stünden ebenso auf dem Plan.

Das sind die Bauprojekte:

• Neue Produktionshallen für die Sparte Laborprodukte wachsen aus dem Boden.

• Göttingens größtes Parkhaus mit 1300 Plätzen ist einen Steinwurf entfernt auf der anderen Straßenseite bereits fertig - zehn Millionen Euro hat es gekostet und ist auf Mitarbeiterzuwachs ausgerichtet.

• Eine Halle für Produktionslogistik ist ebenfalls im Bau.

• Eine 20 Millionen Euro teure Membranziehmaschine wird ebenfalls bereits installiert.

• Der ehemalige Hauptparkplatz ist leer und kann bebaut werden. Start für die Arbeiten dort und dem neuen Haupteingang vor dem jetzigen Sartorius-College wird 2016 sein.

• Abschluss wäre der Abriss einer Halle östlich des College-Gebäudes und der Bau eines neuen Gebäudes für Vertrieb/Marketing und Betriebsrestaurant.

„Das soll 2018 fertig sein, und dann könnte der Umzug vom Stammsitz in der Weender Landstraße erfolgen“, schildert Vorstandsvorsitzender Joachim Kreuzburg. Dort arbeiten noch 830 Beschäftigte, 2120 sind es insgesamt in Göttingen, weltweit gut 5600.

Das Stammhaus samt drei Fußballplätze großem Gelände zwischen Weender Landstraße und Annastraße in der Nordstadt möchte Sartorius mit entwickeln. „Da ist doch einiges an Substanz, was erhalten werden kann“, sagt Kreuzburg. „Die Lage dort ist attraktiv, zwischen Universitätsmedizin, Universität, Innenstadt und Bahnhof.“ Investieren wird Sartorius dort aber nicht im großen Stil Dafür werden Partner vornehmlich in Göttingen gesucht.

Vermutlich wird die Belegschaft bis 2020 weiter wachsen. Die Suche nach Top-Fachkräften funktioniere noch ganz gut, gestalte sich aber zunehmend schwieriger, wie Kreuzburg sagt. Vor allem Angehörige der Mitarbeiter hätten Probleme Arbeitsstellen in der Region zu finden. „Immer mehr pendeln, weil die Familien weiter weg wohnen.“

Der Vorstandschef hat dasStrategiekonzept „Sartorius 2020“ fest im Blick: Bei der Umsatz-/und Gewinnentwicklung sei man „voll im Plan“ und bei der Organisation „gut auf Kurs“. Zum Thema Aquisitionen sagt Kreuzburg: Bei den sinnvollen Zukäufen von Unternehmen könnten wir noch etwas gebrauchen.“ Geld dafür ist da: 600 Millionen Euro liegen bereit.

Hintergrund: Sartorius AG Göttingen

Der Sartorius Konzern ist ein international führender Pharma- und Laborzulieferer mit den Segmenten Bioprocess Solutions (Zulieferer für die Biopharmatzeutische Industrie) und Lab Products & Services (Laborinstrumente und Laborverbrauchsmaterial)..Der Technologiekonzern erzielte im Jahr 2014 einen Umsatz von 891,2 Millionen Euro. Das 1870 gegründete Göttinger Unternehmen beschäftigt aktuell mehr als 6300 Mitarbeiter, davon gut 2100 in Göttingen. Sartorius verfügt in Europa, Asien und Amerika über eigene Produktionsstätten sowie über Vertriebsniederlassungen und örtliche Handelsvertretungen in mehr als 110 Ländern. (tko)

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