Göttinger Unternehmen

Sartorius verkauft Sparte Intec - Kerngeschäfte stärken

Sartorius College am Stammsitz der Aktiengesellschaft in Göttingen: Hier erweiterte das Unternehmen gerade seine Gebäude.

Göttingen. Die Sartorius AG verkauft seine dritte, umsatzschwächste Sparte Industrial Technologies an das japanische Unternehmen Minebea Co. und wird fortan auf zwei kräftigen Beinen stehen, den Bereichen Bioprozess und Labor.

Das japanische Unternehmen wird alle Intec-Mitarbeiter weiterbeschäftigen, auch am Standort Bovenden. Den Kunden und Mitarbeitern der Sparte Industrial Technologies verspricht Sartorius gute Möglichkeiten unter dem neuen Dach.

Der Verkauf der klassischen Unternehmenssparte gehört kommt nicht gänzlich überraschend, wohl aber der Zeitpunkt. Der Vertrag wurde am Freitag unterzeichnet. Der Verkaufspreis steht noch nicht fest, ist abhängig vom operativen Spartengewinn im Geschäftsjahr 2014 und wird Anfang 2015 ermittelt; die Vertragsparteien vereinbarten den 7,5-fachen Wert des operativen EBITDA des Geschäftsjahres 2014.

Der Abschluss wird für das erste Quartal 2015 erwartet, heißt es aus der Unternehmenszentrale in Göttingen.

Mit dem Verkauf sei ein Meilenstein in der langfristigen Strategie erreicht, sagte Sartorius Vorstandschef Joachim von Kreuzburg. Die Aktion sei nicht aus der Not heraus geboren. Im Gegenteil, wie Joachim von Kreuzburg betont: In den zurückliegenden Jahren habe man Intec als Spezialisten für industrielle Wäge- und Kontrolltechnologie positioniert und dabei auch eine gute Profitabilität erzielt.

Unter dem Dach von Minebea könne das Geschäft weiter wachsen. „Ich bin davon überzeugt, dass Minebea der perfekte Eigentümer für dieses Geschäft ist“, so Joachim von Kreuzburg, der auch Gründe nennt: das Produktportfolio, die internationale Präsenz, die Ausrichtung an langfristigen Strategien und der Fokussierung auf Premiumprodukte von Minebea.

Die Intec-Sparte war mit einem Umsatz von 102 Millionen Euro 2013 die kleinste Sparte im Sartorius Konzern; ihre operative Gewinnmarge erreichte 10,1 Prozent. Weltweit arbeiten etwa 700 Mitarbeiter in der Sparte, davon 350 an den deutschen Standorten Hamburg, Aachen und Bovenden.

Der Sartorius Konzern mit Stammsitz in Göttingen erzielte 2013 einen Umsatz von 887,3 Millionen Euro. Das 1870 gegründete Unternehmen beschäftigt weltweit mehr als 6000 Mitarbeiter, davon etwa 2500 in Göttingen, wo gerade in neue Gebäude und ein riesiges Parkhaus investiert wird. (tko)

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