Zukauf und Vertragsverlängerung

Sartorius: Vorstandschef Kreuzburg bleibt bis 2025 

Sartorius: Blick in die Filtration von biomedizinischen Produkten. Foto: Peter Ginter/Sartorius/nh

Göttingen - Der Sartoriuskonzern hat die Aktienmehrheit an einem israelischen Unternehmen gekauft.

Vorweg die wichtige Personalie: Dr. Joachim Kreuzburg (54) wird bis November 2025 an der Verwaltungsspitze der Sartorius-AG stehen. Der Aufsichtsrat hat den Vertrag mit Kreuzburg, der seit 2005 Vorstandschef ist, bis zum 10. November 2025 verlängert. Außerdem hat Sartorius erneut einen Zukauf getätigt, bei dem israelischen Zellkulturen-Entwickler und -Hersteller Biological Industries (BI) die Mehrheit der Aktien erworben – für 45 Millionen Euro in bar. Zudem gibt es eine Option auf weitere Aktien im Wert von 20 Millionen Euro. Das 1981 gegründete Unternehmen – Eigentümer sind der Kibbuz Beit Haemek und die Gesellschaft Fortissimo – hat 130 Mitarbeiter und ist nahe Haifa angesiedelt. Der Jahres-Umsatz betrug zuletzt etwa 25 Millionen Euro.

Strategie 

Damit folgt Sartorius seiner Strategie, passende Entwickler, Kapazitäten und Produkte zu akquirieren und so das Portfolio zu erweitern – in diesem Fall für Zellkulturmedien. BI ist in der Zell- und Gentherapie für die regenerative Medizin und neue Therapien unterwegs. Zellkulturen werden auch in der Forschung, der klinischen Entwicklung und der Biopharmazeutika-Produktion eingesetzt. Biological Industries bietet auch hochwertige Materialien für die Kultivierung von Zellen und Stammzellen sowie für Kryokonservierung an – das Einfrieren, meist in flüssigem Stickstoff.

Kontinuität

Mit der frühen Weiterverpflichtung des in Höxter geborenen Joachim Kreuzburg sichere man die „notwendige Kontinuität an der Unternehmensspitze“, sagt Aufsichtsratsvorsitzender Dr. Lothar Kappich und bezieht dabei die Neubesetzungen im Vorstand ein: René Fàber und Gerry Mackay rückten beide Anfang 2019 aus den eigenen Reihen auf. „Kreuzburg verfolgt die richtige Strategie und gewinnt die Mitarbeiter für anspruchsvolle Ziele.“

Wachstum

Der Aufsichtsrat ist also zufrieden mit der Arbeit Kreuzburgs sowie dem zukunftsträchtigen Kurs und der Ausrichtung als Partner der biomedizinischen Forschung und Industrie: Sartorius wächst stetig, an Mitarbeitern – 8125 weltweit – sowie in Zahlen wie bei Umsatz und Gewinnmarge – zuletzt zweistellig. 1,57 Milliarden Euro betrug der Jahresumsatz, die Gewinnmarge vor Steuern und Abschreibungen kletterte 2018 auf 25,9 Prozent. 

Aktie

Eine Entwicklung, die auch der Verlauf des Aktienkurses spiegelt: Im Januar notierte die Stammaktie bei 100 Euro, aktuell bei 170 Euro. Die Ziele sind ambitioniert, wie Kreuzburg sagt: „Unser Ziel ist es, uns alle fünf Jahre zu verdoppeln: Auf Basis einer Mischung aus organischem Wachstum und Zukäufen wollen wir bis 2025 auf vier Milliarden Euro Umsatz gewachsen sein.“

Entscheidung

Kreuzburg ist die Entscheidung zu verlängern „sehr leicht gefallen“. „Auch wenn es gerade nach einer bereits recht langen Amtszeit für beide Seiten wichtig ist, über eine weitere Verlängerung sorgfältig nachzudenken“, wie er unserer Zeitung sagte. Sartorius sei einfach ein „tolles Unternehmen mit einem Team von ganz besonders kompetenten und motivierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, mit denen es Freude macht, große Ziele anzugehen.“ Er sieht mit der Positionierung in der Life-Science- und Biopharma-Branche viele weitere Entwicklungsmöglichkeiten. 

Kreative fördern

Ein wichtiges Thema dabei sei, „Sartorius noch mehr als Top-Arbeitgeber für kreative und unternehmerische Köpfe in unserer Branche zu entwickeln“. Beteiligungen an Start-Ups, der eigenen Life-Science-Factory und viele Kooperationen mit Spitzen-Wissenschaftlern zeigten, in welche Richtung man denke.

Der in der Öffentlichkeit locker und nahbar auftretende Kreuzburg ist seit 2005 Vorstandsvorsitzender. Der begeisterte Läufer engagiert sich auch für den Standort Göttingen und die Hochschulen. Foto: Hubert Jelinek

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