Beisiegel-Nachfolger gefunden

Sascha Spoun wird neuer Präsident der Uni Göttingen

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Freude beim künfitigen Uni-Präsidenten: Prof. Dr. Sascha Spoun (mit Blumenstrauß) wird ab 1. Januar die Uni Göttingen leiten. Links Senatssprecher Prof. Dr. Nicolai Miosge, daneben Vize-Präsidentin Valerie Schüller und rechts Stiftungsausschussvorsitzender Dr. Wilhelm Krull.

Professor Sascha Spoun (50) wird Präsident der Universität Göttingen und folgt auf Ulrike Beisiegel (66), die seit 2011 als erste Frau die Geschicke der traditionsreichen Georgia Augusta leitet und zum Ende des Jahres ausscheiden wird.

Wie die Uni am Nachmittag nach den Sitzungen von Senat und Stiftungsausschuss mitteilte, habe der Senat mit „großer Mehrheit“ für Spoun gestimmt, der bisher Präsident der Universität Lüneburg ist und teilweise zeitgleich auch an der Uni Zürich an der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät lehrte.

Er wird sein Amt in Göttingen zum 1. Januar 2020 antreten. In Lüneburg steigt er damit vorzeitig aus, sein Vertrag lief noch bis 2028. Vorzeitig geht auch Ulrike Beisiegel in Göttingen, deren zweite Amtszeit Ende 2020 geendet wäre. Im Oktober 2018 hatte sie angekündigt, Ende 2019 aufhören zu wollen. Der Senat hatte daraufhin den - öffentlich gewordenen - Wunsch geäußert, dass sie schon im Oktober 2019 ausscheiden solle und dafür Kritik geerntet.

Interessant ist, wie das Auswahlverfahren abgelaufen ist, denn Spoun fungierte ursprünglich als Berater der Findungskommission aus Senats und Stiftungsausschusses. Er sollte also bei der Suche nach einem Nachfolger strategische Hilfe leisten. Im Laufe des Beratungsprozesses dann hatte ihn die Findungskommission gebeten, selbst zu kandidieren. Und letztlich war er aus der Gruppe der ausgewählten möglichen Kandidatinnen und Kandidaten für das Präsidentenamt der einzige, den die Findungskommission dem Senat empfohlen hatte.

Senatssprecher Prof. Dr. Nicolai Miosge erklärte: „ In seiner Beratung der Findungskommission hat sich gezeigt, dass er für das Amt bestens qualifiziert ist. Er hat überzeugend dargelegt, wie er die Uni Göttingen in den kommenden Jahren mit den Beschäftigten weiter voranbringen möchte. Dabei wünschen wir ihm viel Erfolg.“

Der Vorsitzende des Stiftungsausschusses Universität, Dr. Wilhelm Krull, freut sich sehr, „dass es gelungen ist, mit Sascha Spoun einen strategisch und kommunikativ hervorragend ausgewiesenen Präsidenten für die Universität zu gewinnen.“

Der Stiftungsrat blicke zuversichtlich auf die künftigen, gemeinsam mit Professor Spoun und dem von ihm geleiteten Präsidium zu erarbeitenden Gestaltungsmöglichkeiten am Göttingen Campus, sagte Wilhelm Krull nach Abschluss der Wahl am Donnerstagnachmittag in der Uni-Aula.

Kommentar

Göttingen ist nicht Lüneburg

Diese Wahl war in etwa so spannend wie einst die Volkskammerwahlen in der DDR: Mit Sascha Spoun war am Ende nur ein vom Stiftungsrat empfohlener Kandidat im Rennen um die Nachfolge der Göttinger Uni-Präsidentin Ulrike Beisiegel. Und er war zudem noch als Berater für die Findungskommission engagiert worden - entweder ein kluger Schachzug mit Perspektivgedanken oder ein kurioses Ereignis. Spoun kommt im besten Karriere-Alter (50), verfügt aber bereits über einen großen Erfahrungsschatz. 2005 übernahm er als gerade einmal 36-Jähriger die Präsidentschaft in Lüneburg. Die Uni dort hat sich seit 2005 entwickelt, ist aber deutlich kleiner als die international renommierte Georgia Augusta, die im Rennen um die Exzellenz-Initiative 2018 zu den Verlierern zählte. Diese bittere Niederlage musste Beisiegel mittragen. Sie hatte strikt - auch mit klaren eigenen Vorstellungen - auf das Exzellenz-Ziel hingearbeitet, mit dem viel Geld verknüpft war. Das fehlt nun. Ebenso fehlte der bei Göttingern durchaus beliebten Beisiegel auch die Rückendeckung im Senat, es gab Dissonanzen. Spoun kommt von Außen, was helfen kann, interne Differenzen zu beseitigen. Er kann dabei unbefangen neue Akzente setzen. Die aber werden auch erwartet und sind für die Göttinger Universität notwendig Denn: Göttingen ist nicht Lüneburg. (tko)

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