NDR war im Deutschen Theater zu Gast

Satireabend mit Intensivstation: Vier geile Jahre für Kabarettisten

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Satire-Magazin Intensivstation: Antonia von Romantowski und Axel Naumer kommentierten bissig das aktuelle Geschehen.

Göttingen. Wer am Sonntagabend die Radio-Show von Montag gesehen hat, der war in der „Intensiv-Station“. Mit der politischen Satiresendung tingelt NDR Info durch den Norden.

Am Sonntag war das Informationsradio des Norddeutschen Rundfunks mit seinen kabarettistischen Kräften und dem „Tanz- und Unterhaltungsorchester“ im Deutschen Theater in Göttingen gelandet.

„Gehen Sie sonst auch in dieses Theater“, fragte Moderator Axel Naumer. Sichtlich beeindruckt zeigte er sich von dem Ambiente. Hier hatte der satirische Monatsrückblick, der am Montagabend im Radio zu hören ist, seine Bühne für die Wahl-Nachbereitung gefunden. Nicht nur der Kanzlerin „Angie Merkel“ gab die Parodistin Antonia von Romantowski ihre Stimme. Wer die Augen schloss, sah auch die Linken-Chefin Sarah Wagenknecht und eine wadenbeißende Frauke Petry, die bis vor kurzem die AfD dominierte und dort jetzt ihren Abgang vorbereitet. Auch Antje Weidel von der AfD war vor Romantowskis Blick nicht sicher. Ob mit Perücke oder ohne – immer fand die Parodistin den richtigen Ton für die Frau, die sie gerade treffen wollte.

Spannend wurde es beim Wahl-Krimi mit Privatermittler Harry Stahl alias Jean-Michel Räber und der Klang-Zauberin Nina Wurman. Mit ihrem Equipment von der Ratsche bis zur Flasche kreierte sie nicht nur das Knarren von Türen. Während Harry Stahl dem Wahlergebnis auf den Grund ging, schuf sie die passende Geräuschwelt.

Für Stimmung sorgte auch Stargast Florian Schröder. Der Mann, der wie der geborene Schwiegersohn aussieht, hat es faustdick hinter den Ohren. „Zwölf Prozent aller Deutschen haben ihr Hakenkreuz bei der AfD gemacht“, zitierte er das Wahlergebnis. „Als Kabarettist sage ich, das werden vier so geile Jahre“, freute er sich auf sein künftiges Schaffen.

Doch nicht nur die Wahl stand im Fokus der Kabarettisten. Glückwünsche zum zweiten Geburtstag hatten sie für den Dieselskandal mitgebracht. Florian Schröder führte mit Elan manche Facebook-Kommentare ad absurdum. „Verrecke, du Sau“, hätte ihm ein Veganer über die sozialen Medien geschrieben. „Wenn ich eine Sau bin, bist du dafür, dass ich lebe“, lautete darauf seine Antwort.

Viel zu tun gab es auf der „Intensiv-Station“. Außer Gefecht gesetzt sei seit der Wahl ein bayerischer Ministerpräsident, wusste Oberpfleger Fritzschensen (Stephan Fritzsche): Der sei nach der Wahl eingeliefert worden.

Angesichts der unzähligen Pointen klatschten und trampelten die Zuschauer in Göttingen vor Lachen. „Bis auf den letzten Platz besetzt“ war das Theater, konstatierte Naumer gleich zu Anfang. Doch nein, er sichtete vier freie Plätze. „Stau“ erklärte eine Zuschauerin. Dieses Publikumsgespräch hatte der Moderator gleich genutzt, um eine entspannte Atmosphäre zu schaffen. In der Metropole zwischen Bovenden und Rosdorf hätte die Intensiv-Station sich mittlerweile ins Deutsche Theater hochgearbeitet, kommentierte er den besonderen Spielort. Getrampel gab es schon zum Vorspiel, die Begeisterung im Publikum wuchs noch bis zum Ende etwa 90 Minuten später.

Heute Sendung

Die Intensiv-Station aus Göttingen wird am Montag, 2. Oktober, um 21.05 Uhr auf NDR Info gesendet.

www.ndr.de/intensivstation

Von Ute Lawrenz

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