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Satirepreis: Göttinger Elch geht an Maren Kroymann und Eugen Egner

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Von: Per Schröter

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Preisträgerin und Kabarettistin Maren Kroymann
Preisträgerin und Kabarettistin Maren Kroymann © Per Schröter

Zwei Elch-Ehrungen hat die Stadt Göttingen am Wochenende überreicht. Die Satirepreise gehen an Eugen Eigner (2022) und Maren Kroymann (2021).

Göttingen – Gleich zweimal wurde am Samstag der Satirepreis „Göttinger Elch“ vergeben. Mit dem Elch 2022 für sein Lebenswerk ausgezeichnet wurde Schriftsteller, Zeichner und Musiker Eugen Egner. Im vergangenen Jahr war der mit 3333,33 Euro dotierte Satirepreis an Maren Kroymann gegangen, deren Ehrungsveranstaltung seinerzeit jedoch pandemiebedingt nicht stattfinden konnte.

„Eugen Egner ist der Erfinder zuvor nie erblickter, der Schöpfer zuvor nie erdachter anderer Welten, der Großmeister der fantasievollen Groteske und der grotesken Fantastik“, so hatte die Jury den 70-jährigen in ihrer Preisbegründung gewürdigt.

Auszeichnung für sein Lebenswerk: Eugen Egner
Auszeichnung für sein Lebenswerk: Eugen Egner © privat/nh

Obwohl Egner aus gesundheitlichen Gründen nicht anwesend sein konnte, sein Preis wurde nach einer kurzen Videobotschaft stellvertretend überreicht, bekam das Publikum bei der 23. Auflage der Elch-Verleihung einiges geboten.

Dabei schaffte Lars Wätzold von der Comedy-Company im wegen Corona nur halbvoll besetzten Deutschen Theater mit seiner launigen, teils mit bissigen Seitenhieben in alle gesellschaftlichen Richtungen versehenen Moderation das Grundgerüst für einen kurzweiligen Abend, der dem Anlass und vor allem den beiden Preisträgern gerecht wurde.

In seiner Laudatio auf Maren Kroymann, die den Elch als erst dritte Frau überhaupt zugesprochen bekam, würdigte Hans Zippert das Lebenswerk der Schauspielerin, Kabarettistin, Sängerin und Frauenrechtlerin. „Maren wird seit zehn Jahren mit Preisen überhäuft“, sagte der Elch-Juror und ehemalige Chefredakteur des Satire-Magazins „Titanic“.

„Aber was soll das eigentlich?“, stellte er als Frage in den Raum. Damit solle sie wohl mundtot gemacht werden, damit sie tagelang nicht tätig sein und ihre Finger in die Wunden der Gesellschaft legen könne. „Und jetzt auch noch der Göttinger Elch“, scherzte Zippert. „Maren, Dir bleibt wirklich nichts erspart, aber das hast Du Dir hart erarbeitet und auch redlich verdient!“ Zum Schluss gab es von Zippert noch eine echte Liebeserklärung für die inzwischen 72-jährige, im niedersächsischen Walsrode geborene Preisträgerin: „Zu Beginn Deiner Karriere warst Du die Beste, weil Du die Einzige warst. Und heute? Heute bist Du immer noch die Beste!“

„Ich bin glücklich über diesen Preis und fühle mich sehr geehrt, nachdem ihn in der Vergangenheit auch schon Marie Marcks, Franziska Becker und ein paar Männer bekommen haben“, gab Maren Kroymann in ihrer Dankesrede quasi beiläufig eine Kostprobe ihres Könnens. Nachdem sie sich als „Elchin“ noch auf der Bühne in das Goldene Buch der Stadt Göttingen eingetragen hatte, präsentierte sie zusammen mit ihrer Band Auszüge aus ihrem preisgekrönten Bühnenprogramm „In my Sixties“ und erntete dafür lang anhaltenden Applaus vom begeisterten Publikum. (Per Schröter)

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