Nach Unwetter am Montag

100 Schadensmeldungen bei Versicherung im  Landkreis Göttingen

Zahlreiche Kellerräume standen in den südlichen Teilen des Landkreises unter Wasser: Der Starkregen hat in Klein Schneen diesen Kellerraum geflutet. Foto: Fädrich/ Einsatzleitung Gleichen/ nh

Keller stehen unter Wasser, Autos versinken im Schlamm: Nach den Unwettern in der Nacht von Sonntag auf Montag müssen sich nun die Versicherungen mit den Schäden befassen.

Die Unternehmen haben derzeit viel zu tun.

Allein beim Versicherer VGH, der zur Sparkassen-Finanzgruppe gehört, meldeten sich in den vergangenen Tagen über hundert Geschädigte aus der Region. Die VGH ist mit einem Marktanteil von einem Drittel der größte Gebäudeversicherer in Südniedersachsen. Regionaldirektor Ulf Hasse spricht von einem „großen Unwetter mit vielen Schäden“. Die Summer der Gesamtschäden im Landkreis ließen sich noch nicht genau beziffern, momentan sichten die Versicherungsmitarbeiter die gemeldeten Schäden.

Ulf Hasse

Nach Angaben eines Anwohners in Reiffenhausen fielen dort in der Nacht von Sonntag auf Montag 159 Liter Regen pro Quadratmeter. Diese unbestätigte Messung zeigt den Grund für das Ausmaß der Überflutungen. Die meisten Schadensmeldungen gab es aus dem südöstlichen Teil des Kreises, aus dem Bereich Friedland. In den meisten Fällen sind es mit Wasser vollgelaufene Keller. Die Schäden reichen von kleineren Schäden im Rahmen von 1000 Euro bis zu großen Schäden, die sich wahrscheinlich auf 70.000 Euro beziffern lassen.

Hier einige Tipps vom Experten im Umgang mit den Schäden:

Erste Schritte: Wenn Wasser in den Keller eingedrungen ist, sollten Hausbesitzer sofort professionelle Firmen beauftragen. Die können mit Trocknungsgeräten das Fundament und die Wände trocknen. Außerdem wird der Feuchtigkeit im Gemäuer gemessen. Der Experte weiß: „Es reicht nicht, einen Heizlüfter aufzustellen.“ Nur so kann man auch Folgeschäden wie einen Schimmelbefall vermeiden. Außerdem sollte die Elektrik im Haus überprüft werden. Für diese Kosten kommen nur zum Teil die Versicherungen auf - je nach der Police.

Versicherungspolice prüfen: Obwohl man über eine Hausrat- und Wohngebäudeversicherung versichert ist, ist man nicht automatisch gegen Schäden durch Hochwasser in der Folge von Starkregen mitversichert. Hasse empfiehlt Hausbesitzern, ihre Versicherungspolice zu überprüfen. Dabei ist es wichtig, dass Schäden durch Starkregen und Überschwemmungen mit versichert seien. „Meist ist dies schon mit einer Aktualisierung möglich“, sagt Hasse. Alte Policen sollten deshalb aktualisiert werden.

Der Versicherung melden: Betroffene sollten die Schäden, die durch den Starkregen entstanden sind so schnell wie möglich melden. Die Schäden sollten außerdem gut dokumentiert werden. „Dabei sollte man nicht nur die Schäden, sondern auch den Weg des Wassers dokumentieren“, erklärt Hasse.

Nach dem Urlaub: Wer in den nächsten Tagen aus dem Urlaub zurückkehrt und einen Wasserschaden feststellt, kann ihn noch nachmelden.

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