Schädlinge in Flüchtlingsheim: Stadt Göttingen kämpft gegen Schaben

Darum geht es: Kakerlaken haben sich in einem Haus an der Großen Breite in Weende breit gemacht, das von Flüchtlingen bewohnt wird. Nun sollen die Schädlinge bekämpft werden. Foto: dpa

Göttingen. Die Göttinger Stadtverwaltung hat Kakerlaken, die sich in einer Unterkunft für Asylbewerber breit gemacht haben, den Kampf angesagt. Die Flüchtlinge müssen vorübergehend umziehen.

Befall seit Herbst bekannt

In dem Haus an der Großen Breite in Weende wurde der Befall mit den Schaben bereits im Herbst vergangenen Jahres festgestellt. Im Erdgeschoss des Hauses hat der Paketdienst DHL einen Stützpunkt und liefert von dort Pakete sowie Päckchen aus.

In der Spülmaschine

Der Paketdienst will nun ebenfalls handeln und für einige Zeit umziehen - bis die Kakerlaken endgültig beseitigt sind. Mit diesem Umzug soll am Freitag begonnen werden. In dieser Woche hatten Mitarbeiter des Paketdienstes die Schädlinge sogar in einem Kaffeefilter sowie in einer Spülmaschine gefunden.

Erste Bekämpfungen

Bereits im vergangenen Herbst war mit kleineren Maßnahmen zur Bekämpfung der Kakerlaken begonnen worden. Doch die brachten nichts. Die Schaben sind noch immer da. „Wir müssen jetzt in das Gebäude Grund reinkriegen“, sagte Dezernent Siegfried Lieske.

Notwendigkeit

Kritik übte Lieske an Aktivisten, die die Schabenplage in Abrede stellten. Mit Blick auf die Bekämpfung machte er am Donnerstag deutlich: „Jede weitere Verzögerung erhöht das Risiko, die Schabenplage weiter nach Weende hineinzutragen. Das kann leider auch durch die aktiven Ehrenamtlichen passieren.“

20 wollen umziehen

Etwa 20 der 46 Flüchtlinge aus dem Wohnheim an der Großen Breite wollen inzwischen auf eigenen Wunsch zur Unterkunft auf der Siekhöhe umziehen. Sie hatten gute Erfahrungen mit dem Betreiber Rotes Kreuz gemacht, das eine Halle auf den Zietenterrassen zuständig war. Dort wohnen bereits 25 Flüchtlinge.

Umzugs-Zeitplan

Unterdessen wurde ein konkreter Umzugs-Zeitplan aufgestellt. Vom 3. bis 5. Juni sollen die Flüchtlinge ihre Sachen packen. Am 6. Juni werden die Kartons abgeholt, damit mögliche Schädlinge bekämpft werden können. Einen Tag später sollen dann die Asylbewerber auf die Siekhöhe umziehen.

Rückkehrtermin

Schon jetzt steht der Termin für die Rückkehr der Flüchtlinge fest: Sie sollen am Montag, 8. August, wieder in der Großen Breite einziehen. In dieser Zeit werden die Kakerlaken zweimal intensiv bekämpft, um auch den Nachwuchs der Schädlinge zu erwischen. Außerdem müssen große Teppiche, Kühlschränke und Waschmaschinen entsorgt werden. Bei diesen Geräten kann man nicht sicher sein, dass alle Kakerlaken-Eier abgetötet sind.

Ursache unklar

Wie die Schaben den Weg in das Haus gefunden haben, ist übrigens völlig unklar. „Zu glauben, dass Flüchlinge die Schaben mitgebracht haben, ist völliger Unsinn“, sagte Dezernent Lieske am Donnerstag.

Die Stadt Göttingen will im „Weißen Haus“ am Hagenweg schon bald nur noch weibliche Flüchlinge und ihre Kinder unterbringen.

Die Stadt will im Interesse der Frauen und Kinder damit nicht so lange warten, bis eine neue Unterkunft am Hagenweg fertig gestellt ist. In die dortigen Wohnungen sollen die Frauen und Kinder voraussichtlich zum Jahresende einziehen.

„Aktivisten, die in der ehrenamtlichen Arbeit am Weißen Haus bisher nicht in Erscheinung getreten sind, instrumentalisieren die Flüchtlingshilfe und die Geflüchteten für ihre politischen Zwecke und verhindern die Einrichtung der Unterkunft für alleinstehende, für traumatisierte, für von Gewalt bedrohte oder schwangere Frauen und Mütter mit Kindern“, so der Vorwurf der Stadt. Wie drängend das Problem ist, zeigt laut Stadt ein aktueller Selbstmordversuch von einer Frau in einem Flüchtlingswohnheim.

Kritik an dem Vorhaben der Stadt kommt von Göttinger Flüchtlingshelfern. Sie kritisieren, dass die Bewohner des Weißen Hauses erst vor einigen Monaten vom Maschmühlenweg an den Hagenweg umgezogen seien. Nun werde schon wieder ein Umzug notwendig.

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