Göttingen: Die Stadt ehrt verstorbenen Judaisten

Schaller erhält posthum Ehrenmedaille der Stadt Göttingen

Der am 1. Mai 2020 im Alter von 89 Jahren gestorbene Göttinger Judaist Berndt Schaller.
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Der am 1. Mai 2020 im Alter von 89 Jahren gestorbene Göttinger Judaist Berndt Schaller.

Der am 1. Mai im Alter von 89 Jahren gestorbene Göttinger Judaist Berndt Schaller erhält posthum die Ehrenmedaille der Stadt Göttingen. Er wäre am Freitag (28. August) 90 Jahre alt geworden.

Göttingen – Der ehemalige evangelische Theologieprofessor Schaller habe die Auszeichnung bereits am 18. März anlässlich eines Vortrags bekommen sollen, teilte die Stadt mit. Wegen der Corona-Pandemie war die Veranstaltung abgesagt worden, die Ehrung sollte nachgeholt werden. Ebenfalls aus Anlass seines 90. Geburtstages sollte am Freitagnachmittag in der Göttinger St. Jacobi-Kirche ein Gedenkgottesdienst für Schaller stattfinden.

Schaller setzte sich über viele Jahre hinweg in leitenden Positionen für den Dialog zwischen Kirche und Judentum ein. Von 1998 bis 2007 war er evangelischer Präsident des Deutschen Koordinierungsrates der Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit. Von 1998 bis 2010 leitete er als Vorsitzender die Buber-Rosenzweig-Stiftung.

Von 1985 bis 1997 engagierte sich der Wissenschaftler zudem in der Kommission Kirche und Judentum der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD).

Schaller lehrte von 1972 bis 1995 an der Theologischen Fakultät der Göttinger Uni, zuletzt als Dozent für antikes Judentum und Neues Testament. Die Geschichte, Literatur und Religion des antiken Judentums und die jüdischen Grundlagen des Neuen Testaments waren Schwerpunkte seiner Forschung. Seine Studien zu jüdischen Schriften in griechischer Sprache gelten als Standardwerke.

Außerdem erforschte Schaller die jüdische Regionalgeschichte in Niedersachsen. Er untersuchte dabei mehrere jüdische Friedhöfe und bot regelmäßig Führungen zu diesen Grabstätten an. (Andreas Arens mit epd)

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