Kritik wegen geplantem Verkauf

Scharfe Kritik an Immobilienunternehmen: Grüne erhöhen Druck auf Adler Group in Grone

Protestaktion: Zahlreiche Mieter von Wohnungen stehen gemeinsam bei einer Kundgebung.
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Protestaktion gegen Adler: Zahlreiche Mieter von Wohnungen waren dabei.

Die Grünen-Fraktion im Göttinger Stadtrat will sich dafür einsetzen, dass sich das Immobilienunternehmen Adler an den mit der Uni-Stadt geschlossenen Vertrag hält.

Göttingen – „Bei der Kundgebung ,Schluss mit dem Mietenwahnsinn’ haben die Bewohnerinnen und Bewohner der Wohnungen der Adler AG in Grone-Süd uns eindrücklich dargestellt, wie unerträglich ihre Wohnsituation teilweise geworden ist“, sagt Regina Meyer, Mitglied im Ausschuss für Soziales, Integration, Gesundheit und Wohnungsbau.

Sie kündigt an: „Wir werden jetzt sofort aktiv und fordern die Stadtverwaltung auf, die Menschen, die dort wohnen, nicht alleine zu lassen in ihrem Kampf gegen den scheinbar übermächtigen Immobilienkonzern.“

Aus Sicht der Grünen finanziert die Stadt das Vorgehen der Adler AG „quasi stillschweigend“ mit, indem sie die Unterkunftskosten für Menschen, die Transferleistungen beziehen, zahlt und das für Wohnraum, der schimmelt beziehungsweise keinerlei Standards erfüllt. „Damit muss jetzt Schluss sein.“

2019 habe die Adler AG das Recht erhalten, die Kaltmiete nach Sanierungsarbeiten um zwei Euro zu erhöhen. Das Unternehmen habe sich aber im Gegenzug dazu verpflichtet, diese Erhöhung gemeinsam mit der Stadtverwaltung sozial abzufedern und bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Außerdem wollte das Unternehmen eine Kita bauen und das Außengelände aufzuwerten.

Dagmar Sakowsky, Mitglied im Bauausschuss, macht deutlich: „Aus meiner Sicht hat die Adler AG mit diesem Vorgehen den städtebaulichen Vertrag aufgekündigt. Wir haben seinerzeit darauf gedrungen, dass dieser auch bei Weiterverkauf eingehalten werden muss. Hier muss die Stadtverwaltung aktiv werden.“

Regina Meyer erhänzt: „Als Teil einer umfassenden Strategie für mehr bezahlbaren Wohnraum in unserer Stadt brauchen wir ein neues soziales Bündnis für Wohnen der gemeinnützigen Baugesellschaften, um endlich dafür zu sorgen, dass die Menschen, die in unserer Stadt leben wollen, das auch können und nicht länger anonymen Konzernen ausgeliefert sind.“

Deshalb will die Ratsfraktion der Grünenbereits zur Ratssitzung im Dezember einen Antrag für ein neues Bündnis für bezahlbaren Wohnraum der Göttinger gemeinnützigen Wohnungsgesellschaften einbringen. (Bernd Schlegel)

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