Göttingen

Scharfzüngiger Verteidiger der Grundrechte: Wahlkampftermin mit Kubicki im Göttinger Jahnstadion

Rund 100 Zuhörer, darunter auch der von den Liberalen unterstützte CDU-Oberbürgermeister-Kandidat Ehsan Kangarani (vorn links mit Maske), waren ins Jahnstadion gekommen.
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FDP im Wahlkampf: Rund 100 Zuhörer, darunter auch der von den Liberalen unterstützte CDU-Oberbürgermeister-Kandidat Ehsan Kangarani (vorn links mit Maske), waren ins Jahnstadion gekommen.

Zu einem Wahlkampftermin kam FDP-Vize Wolfgang Kubicki in das Göttinger Jahnstadion. Er äußerte sich unter anderem zu Corona-Maßnahmen. Rund 100 Menschen hörten zu.

Göttingen – Die Corona-Pandemie hätte sich auch ohne größere Einschränkungen der Grund- und Bürgerrechte bewältigen lassen. Das erklärte FDP-Parteivize Wolfgang Kubicki in Göttingen.

Der stellvertretende Präsident des Bundestages sprach bei einer Wahlkampfveranstaltung der Freien Demokraten im Jahnstadion vor gut 100 Zuhörern. Als einen scharfzüngigen Verteidiger der Freiheitsrechte stellte Konstantin Kuhle, Göttingens FDP-Bundestagskandidat, Kubicki vor.

Wolfgang Kubicki bei Wahlkampftermin in Göttingen: Regierung habe auf „unwirksame Methoden“ gesetzt

Der Spitzenmann aus Schleswig-Holstein vertritt die Ansicht, dass seine Partei Covid-19 mit einer – dank frühzeitiger Vorbestellungen – groß angelegten Impfkampagne sowie der konsequenten Durchführung von Schnelltests „rasch“ in den Griff bekommen hätte.

Wenn es nach dem Willen der Freidemokraten gegangen wäre, hätten bereits frühzeitig nur geimpfte oder negativ getestete Personen Zutritt zu Seniorenheimen bekommen.

Stattdessen habe die Bundesregierung auf „unwirksame Methoden“ gesetzt, erklärte Kubicki. Nächtliche Ausgangssperren hätten junge Menschen motiviert, erst recht auszugehen. Die Schließung von Hotels und Gaststätten trotz vorhandener Hygienekonzepte sei „unverhältnismäßig“ und die Maskenpflicht im Außenbereich „sinnlos“.

Wolfgang Kubicki bei Wahlkampftermin in Göttingen: Überlastung der Intensivstationen habe „nie“ gedroht

Scharfzüngiger Verteidiger der Grund- und Bürgerrechte: FDP-Parteivize Wolfgang Kubicki.

Aerosole würden an der freien Luft „wie Zigarettenrauch“ sofort „verfliegen“. Der Partei-Vize zog den anwesenden CDU-Oberbürgermeister-Kandidaten Ehsan Kangarani auf, weil dieser auch an seinem Platz im Stadion eine Mund-Nasen-Bedeckung trug.

Erstaunt zeigte sich Kubicki davon, dass die Mehrheit der Deutschen die Einschränkung ihrer Grund- und Bürgerrechte hingenommen habe. Die Mehrheit gehe sogar soweit, eine Minderheit an Urlaubsflügen und Kneipenbesuchen hindern zu wollen. Das habe „Team Vorsicht“ – ähnlich wie bei Maßnahmen gegen Terrorismus oder Klimawandel – durch „Angstmache“ erreicht.

Entgegen der Behauptungen aus der Politik habe in Deutschland „nie“ eine Überlastung der Intensivstationen gedroht. Mehr arbeiten müssten die Menschen im Pflegebereich allerdings schon, räumte Kubicki ein.

Wolfgang Kubicki bei Wahlkampftermin in Göttingen: 2017 nicht geklappt

Die „Mutmacherpartei“ FDP, so der Partei-Vize, wolle Teil der kommenden Bundesregierung werden, um das gestörte Vertrauen einiger Bürger in die Regierung wiederherzustellen. 2017 habe es nicht geklappt.

Damals sei die Kanzlerin aus Rücksicht auf die Kultusminister der Länder nicht bereit gewesen, auf Wunsch der FDP zwölf Milliarden für die Digitalisierung der Schulen bereitzustellen. Das räche sich nun während der Pandemie. (Michael Caspar)

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