Interview

Schauspielerin Natalie O'Hara: „Ein Filmdreh in Göttingen wäre ein Traum für mich“

Liebt Göttingen: Schauspielerin Natalie O'Hara („Der Bergdoktor“) ist Unterstützerin der Initiative Drehort Göttingen. Foto: Ulrich Hartmann/nh

Göttingen - Die einstige Film-Metropole Göttingen soll wieder aktiviert werden. Dabei hilft die Schauspielerin Natalie O'Hara, die auch aus dem "Bergdoktor" bekannt ist. Sie ist auch bei einem Film-Talk-Abend am Dienstag im Cinemaxx dabei. 

Frau O'Hara, auch mit Ihrer Hilfe soll Göttingen wieder zum ständigen Drehort für Filme und TV-Serien werden. Wíe kam es dazu, dass Sie die Initiative des Filmbüros Göttingen und Sven Schreivogel unterstützen?

Auslöser waren Ihre Berichte in der HNA über „Hollywood an der Leine“ und Heinz Erhardt. Eine Freundin hatte sie mir zugeschickt. Ich habe daraufhin Sven Schreivogel kontaktiert und meine Unterstützung zugesagt. Sie waren also mit ein Auslöser.

Das freut mich, aber worin liegt letztlich der Grund für Sie, aktiv zu werden?

Ich bin gebürtige Göttingerin, habe hier 19 Jahre gelebt, mein Abitur am Theodor-Heuss-Gymnasium gemacht. In der THG-Aula haben wir für Stücke geprobt, dort sammelte ich auch erste Bühnenerfahrungen – dank der TCG-Theatergruppe, die unter Diakon Ziehe zunächst in der Corvinus-Kirche probte und spielte, dann die Aula nutzte. Ich verbinde mit der THG-Aula und mit Göttingen viele gute Gefühle, meine Familie wohnt ja auch noch dort. Kurzum: Ich fände es wunderbar, wenn Göttingen wieder zu einer Filmstadt werden würde, in der viel gedreht wird. Sven Schreivogel ist begeistert von dieser Idee, er hat Mumm und verfolgt sie. Das gefällt mir. Deshalb komme ich am Dienstag auch gerne ins Cinemaxx, um bei dem Abend für Heinz Erhardt und der Vorführung des Göttinger Films „Natürlich die Autofahrer dabei zu sein.

Wussten Sie als Schülerin um die Historie Göttingens als „die“ deutsche Filmstadt in den 50er- und 60er-Jahren?

Ja. Ich habe das durch meine Eltern mitbekommen und auch Filme, wie die mit Heinz Erhardt gesehen. Ich wusste also, dass hier einmal viele Spielfilme gedreht wurden. Und schon als Kind dachte ich, so hübsch wie Göttingen ist, hier gibt es so viele reizvolle Motive und fragte mich: Warum nutzt die keiner filmisch? Immerhin: Die aktuellen Tatort-Produktionen sind ein Anfang.

Sind Sie generell begeisterungsfähig?

Ja. Aber in diesem Fall war das auch nicht schwer. Denn es betrifft ja ein Feld, in dem ich mich bewege. Ich bin Schauspielerin, wollte das schon werden, seit ich sieben Jahre alt bin. Ich bin es geworden, und musste dafür aus Göttingen weggehen. Wenn ich nun in meiner Heimatstadt drehen könnte, dann wäre das ein Traum. Also setze ich mich dafür ein.

Woher kam die frühe Begeisterung für die Schauspielerei?

Ich habe von klein auf gesungen, getanzt und gespielt. Im Kinderchor der Johanniskirche und der Ballettschule Töpperwien war ich schon im Kindergartenalter. Und in dem Moment als ich verstanden habe, dass Schauspielerei ein Beruf ist, wusste ich, das ist mein Weg. Das war übrigens bei dem Besuch einer Kindervorstellung im Deutschen Theater. Meine Göttinger Klavierlehrerin Christiane Breuer hat damals gesagt: Mach´ es nur, wenn Du keine andere Wahl hast. Das war ein wichtiger Rat, der mich aber nur bestärkt hat.

Sie gehören von Beginn an zum Team der überaus erfolgreichen Bergdoktor-Serie und geben dort der Wirtin und Doktor-Freundin Susanne einen besonderen Charakter. Was bedeutet Ihnen das?

Ich gehöre seit Beginn zur Bergdoktor-Familie. Das Team ist wirklich etwas ganz Besonderes. Es sind echte Freundschaften entstanden so mit Hans Sigl und seiner Frau Susanne. Wenn ich dorthin komme in die Region Wilder Kaiser und nach Ellmau in Österreich, dann ist es ein Ankommen in eine vertraute, wunderschöne Umgebung. Wenn ich auf der Anfahrt um die Kurve fahre und den Wilden Kaiser sehe, dann geht das Herz auf.

Die Region dort profitiert von der Serie und den anreisenden Fans..

Absolut. Vor allem der Sommer-Tourismus ist enorm gewachsen. Allein zu den Dreharbeiten kommen viele Filmtouristen, manchmal schauen Hunderte zu, es gibt einen Fan-Tag, dann sind Tausende dabei. Das ist aber eine große Ausnahme bei Filmproduktionen. Der Bergdoktor ist speziell. In Göttingen muss man so etwas nicht befürchten. Dennoch: Wäre Göttingen ein bekannter Drehort wie einst, dann könnte und würde die Stadt davon profitieren. Die Werbewirkung ist groß. Der Titel Filmstadt Göttingen würde ziehen und die Attraktivität für Besucher steigern.

HNA präsentiert Veranstaltung im Cinemaxx

„Seid doch nett zueinander – Ein Abend für für Heinz Erhardt“, Filmvorführung „Natürlich die Autofahrer“ und Talkrunden mit Prominenten und Musik, Dienstag, 20. August, Cinemaxx Göttingen, Beginn 19.30 Uhr, Kartenvorverkauf im Göttinger Kino Cinemaxx.

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